Bundesrat Ignazio Cassis führt politische Gespräche in Bulgarien und besucht Projekt zur Förderung der Berufsbildung

Medienmitteilung, 11.09.2018

Im Rahmen eines offiziellen Besuchs ist Bundesrat Ignazio Cassis in Sofia mit der bulgarischen Vize-Premierministerin und Aussenministerin Ekaterina Zaharieva zusammengetroffen. Im Vordergrund der Gespräche standen die Erfahrungen der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft, der Stand der institutionellen Verhandlungen der Schweiz mit der EU sowie bilaterale Themen. Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA besuchte in Sofia zudem ein Berufsbildungsprojekt, das die Schweiz durch den Erweiterungsbeitrag unterstützt.

Bundesrat Ignazio Cassis trifft sich mit der bulgarischen Aussenministerin Ekaterina Zaharieva.
Bundesrat Ignazio Cassis trifft sich mit der bulgarischen Vize-Premierministerin und Aussenministerin Ekaterina Zaharieva. © EDA

Mit seinem Besuch in Sofia hat Bundesrat Ignazio Cassis an die hochrangigen Treffen zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Schweiz und Bulgariens angeknüpft, deren Zahl in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Bulgarien, unter anderem Herkunftsland des Schriftstellers Elias Canetti, der Sängerin Sylvie Vartan und des Verpackungskünstlers Christo, ist seit 2004 Mitglied der NATO, gehört seit 2007 der EU an und strebt einen Beitritt zu Schengen an. Im ersten Halbjahr 2018 hatte Bulgarien die EU-Ratspräsidentschaft inne. Während dieser Phase hat Bulgarien verschiedentlich auch die Schweiz zu Treffen eingeladen. Dies hat die Zusammenarbeit weiter gestärkt.

Bundesrat Cassis dankte Vize-Premierministerin und Aussenministerin Ekaterina Zaharieva für diesen Ausdruck der guten bilateralen Beziehungen. Aussenministerin Zaharieva informierte Bundesrat Cassis über die Umsetzung der Prioritäten der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft (Zukunft Europas und Jugend, Stabilität und Sicherheit, digitale Wirtschaft, Westbalkan). Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA erläuterte seinerseits den Stand der Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU über ein Rahmenabkommen. Thema des Gesprächs waren auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten, die in den letzten Jahren intensiviert worden ist. 2017 erreichte das Handelsvolumen rund 700 Mio. CHF bei einem Schweizer Handelsbilanzüberschuss von rund 70 Mio. CHF. Mit Direktinvestitionen von rund 1,25 Mrd. CHF (2016) ist die Schweiz zehntgrösster Investor in Bulgarien. In Schweizer Firmen sind über 9300 Personen beschäftigt.

In diesem Zusammenhang sprach Bundesrat Cassis mit Aussenministerin Zaharieva über die Berufsbildung, die einen Schwerpunkt des Schweizer Erweiterungsbeitrags in Bulgarien darstellt.

Deshalb besuchte Bundesrat Cassis in Sofia das Projekt DOMINO, in dem die Schweiz Bulgarien mit Fachwissen bei der Überarbeitung des Berufsbildungssystems unterstützt. Mit DOMINO hat die Schweiz einen Beitrag dazu geleistet, die duale Berufsbildung (Kombination allgemeiner theoretischer Unterrichtseinheiten in der Schule mit praktischer Ausbildung am Arbeitsplatz) in einzelnen Fachgebieten einzuführen; unter anderem bei den Berufen in Lebensmitteltechnologie und Maschinentechnik oder bei den Ausbildungen zum Koch, Elektroniker und Schreiner. Damit die Reformen langfristig zum Tragen kommen, bezieht das Projekt analog dem Schweizer Berufsbildungsmodell private Unternehmen, Branchenverbände, Wirtschaftsorganisationen sowie staatliche Institutionen ein. Im aktuellen Ausbildungsjahr absolvieren 1134 Schülerinnen und Schüler in 32 Berufsschulen und 19 Städten Bulgariens eine duale Ausbildung. Inzwischen sind über 170 Unternehmen involviert.

Das Projekt DOMINO ist eines von 12 Programmen und Projekten, welche die Schweiz in Bulgarien im Rahmen des Erweiterungsbeitrags unterstützt. Damit trägt die Schweiz zum Abbau der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten EU bei. Die Schweiz leistet mit insgesamt 76 Millionen Schweizer Franken Unterstützung in den Bereichen, in denen Bulgarien einen Nachholbedarf aufweist und die Schweiz Wissen und Expertise anbieten kann. Wichtige Themenbereiche sind Sicherheit und Reformen, Unterstützung der Zivilgesellschaft, Integration von Minderheiten, Umwelt und Infrastruktur, Förderung des Privatsektors, Forschung und Bildung. Der Schwerpunkt liegt auf Projekten, die zur Verringerung der Unterschiede zwischen den am wenigsten entwickelten Regionen Bulgariens und zur Verbesserung der bilateralen Zusammenarbeit beitragen. Die Unterstützung der neuen EU-Mitgliedstaaten im Rahmen des Erweiterungsbeitrags hatten die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im November 2006 an der Urne gutgeheissen.

Im Hinblick auf einen möglichen zweiten Schweizer Beitrag unterstrich Bundesrat Cassis in Sofia gegenüber Aussenministerin Zaharieva, dass der Bundesrat nach Abschluss der Vernehmlassung unter Berücksichtigung der Gesamtbeziehungen Schweiz-EU das weitere Vorgehen festlegen werde.


Weiterführende Informationen

Bilaterale Beziehungen CH-Bulgarien
Erweiterungsbeitrag CH-Bulgarien


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