Wirtschaftliche Perspektiven für junge Menschen in ländlichen Gebieten

Projekt abgeschlossen
Bauern werden in der vertikalen Pflanzung von Tomaten geschult – eine Technik, welche die Produktion verdoppeln wird. ©DDC
Bauern werden in der vertikalen Pflanzung von Tomaten geschult – eine Technik, welche die Produktion verdoppeln wird. ©DEZA ©DDC

Das Projekt der DEZA im ländlichen Bezirk von Aswan in Ägypten hat das Ziel, die wirtschaftlichen Perspektiven von jungen Frauen und Männern zu verbessern. Die DEZA fördert Unternehmen in den Bereichen Landwirtschaft, Viehwirtschaft und Fischerei und schafft damit neue Arbeitsstellen. Dadurch erhalten junge Leuten eine Alternative zur Abwanderung in städtische Zentren.

Land/Region Thema Periode Budget
Ägypten
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Beschäftigung & Wirtschaftsentwicklung
Berufsbildung
Landwirtschaftliche Dienstleistungen & Markt
Schaffung von Arbeitsplätzen
Landwirtschaftliche Entwicklung
Förderung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette (bis 2016)
Berufsbildung
01.01.2013 - 31.05.2019
CHF 5'020'000

Seit dem politischen Umbruch vom Februar 2011 befindet sich Ägypten in einem Übergangsprozess. Stagnation der Wirtschaft und zu wenig Arbeitsplätze gehörten zu den Gründen, die den Volksaufstand im Frühling 2011 auslösten. Die Zeit danach war geprägt von einem wirtschaftlichen Abschwung und einer steigenden Arbeitslosigkeit. Die regionalen Ungleichheiten sowie die Armut nahmen zu. Gegenwärtig leben 40% der Bevölkerung in Ägypten und über die Hälfte der Jugend unter der Armutsgrenze.

Wachstumspotenzial der Wirtschaft ausschöpfen

Das Ziel des Projekts ist, dass junge Frauen und Männer unter 40 Jahren im ländlichen Bezirk Aswan eine Arbeit mit einem höheren und langfristigen Einkommen haben und weniger in städtische Zentren abwandern. Die DEZA fördert einen nachhaltigen und solidarischen Wirtschaftsaufschwung und baut den lokalen Arbeitsmarkt aus. Gemäss einer im Rahmen des Projektes durchgeführten Analyse weist der Landwirtschaftssektor grosses Wachstumspotenzial auf. 

Die Projektverantwortlichen rechnen damit, dass 2500 junge Menschen ein höheres Einkommen erzielen werden und 4000 eine neu geschaffene Arbeitsstelle antreten können. Da die Familien der jungen Menschen indirekt auch von diesem Aufschwung profitieren, werden rund 30‘000 Menschen ihre Lebensgrundlage verbessern können. 

Der Fokus des Projekts liegt auf den Verarbeitungsprozessen in der Kleinindustrie. Die Gewinnung von Pflanzenölen, die Trocknung von Tomaten oder das Einsalzen von Fisch werden professionalisiert und Produktionskosten wenn möglich gesenkt. Dank des Innovations-Fond des Projekts können Pilotversuche wie z.B. die Umrüstung von dieselbetriebenen Wasserpumpen auf umweltfreundliche solarbetriebene Pumpen durchgeführt werden.

Mittels des Projekts werden zudem bessere Rahmenbedingungen für Bäuerinnen und Bauern, Viehzüchterinnen und Viehzüchter sowie Fischerinnen und Fischer angestrebt.

Viele Menschen ohne Arbeit

Der Bezirk Aswan im oberen Ägypten zählt 1.2 Millionen Einwohner, wovon 57% auf dem Land leben. Es besteht eine hohe Armutsrate und Analphabetismus ist sehr verbreitet. Der grösste Wirtschaftszweig in Aswan ist die Landwirtschaft neben Tourismus und einem sehr schwachen industriellen Sektor. Die Abgeschiedenheit des Bezirks und die mangelhafte Infrastruktur erschweren den Zugang zu den Märkten.

Im Jahr 2010 war die Arbeitslosenrate ungefähr bei 19%, wobei vor allem Frauen und junge Menschen davon betroffen waren. Frauen machen 75% der gesamten Arbeitskraft aus. Sie arbeiten vor allem im familieneigenen Landwirtschaftsbetrieb unentgeltlich oder für andere Landwirtschaftsbetriebe als bezahlte Arbeitskräfte.

Die ägyptische Regierung hat im Jahr 2010 einen nationalen Jugendbeschäftigungsplan initiiert, der sowohl die Unternehmen wie auch die Ausbildung der jungen Leute fördern sollte. Durch den politischen Umbruch im Jahre 2011 wurde die Umsetzung jedoch blockiert und die Arbeitslosigkeit ist seither noch gestiegen.

Starkes Engagement der Schweiz

Die DEZA arbeitet mit Genossenschaften und NGOs sowie Mikrofinanzinstitutionen zusammen. Vertragspartner der DEZA in diesem Projekt ist die Organisation CARE International Egypt, die WorldFish unter Vertrag hat. WorldFish ist bereits Partner der Schweiz. Die lokale Bevölkerung wird unter Berücksichtigung der politischen Strukturen stark in die Projektaktivitäten eingebunden. 

Die Schweiz ist sehr aktiv im abgeschiedenen und benachteiligten Bezirk Aswan. Neben der Wirtschaft und Jugendbeschäftigung fördert die Schweiz die Qualität des Trinkwassers und die Reduktion des Wasserverbrauchs.