Gegen das Vergessen: Schweiz fördert Bildung und Forschung zum Holocaust


Questa pagina non è disponibile in italiano. Selezionare una delle lingue seguenti:

Medienmitteilung, 26.06.2017

Unter dem Schweizer Vorsitz führt die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) in dieser Woche in Genf ihre Plenarversammlung statt. Die IHRA hat zum Ziel, die Forschung und Bildung in Bezug auf den Holocaust zu fördern sowie die Erinnerung an die Opfer durch Gedenkfeiern und -stätten wachzuhalten. Deshalb hat der Schweizer Vorsitz am ersten Tag der Plenarversammlung einen Anlass durchgeführt, an dem Schülerinnen und Schüler aus Genf und Biel die von ihr übersetzten Erinnerungen Holocaust-Überlebenden vorgestellt haben.                

„Bildung“, „Jugend“ und „Social Media“ gehören zu den Prioritäten, denen die Schweiz während ihres Vorsitzes der IHRA ein besonderes Augenmerk schenkt. Die Frage, wie junge Menschen über den Holocaust unterrichtet werden können, um ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, zu was Rassismus und Antisemitismus führen können, stellt sich umso dringlicher, je weniger Zeitzeugen des Holocaust noch leben. Die Schweiz hat deshalb Projekte zweier Schulklassen in Genf und Biel unterstützt, die die Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden übersetzt haben. An einem vom Schweizer IHRA-Vorsitz organisierten Anlass haben Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen heute ihre Arbeit präsentiert und über ihre Erfahrungen berichtet. „Dieses Engagement der Schulklassen ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie junge Menschen sich heute intensiv mit dem Holocaust auseinandersetzen. Denn bei der Erinnerung an den Holocaust geht es nicht um Vergangenes – auch in der Gegenwart und in der Zukunft ist es nicht weniger dringlich, sich bewusst zu machen, was die systematische Diskriminierung, Demütigung und Ausgrenzung des «Anderen» für Folgen haben können“, sagt EDA-Generalsekretär Benno Bättig, der amtierende Vorsitzende der IHRA.

An dem von der Schweiz organisierten Anlass in Genf nahm mit Ivan Lefkovits auch ein Überlebender des Holocaust teil, ausserdem Mitglieder der Schweizer Delegation, der Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Kantone und der nichtstaatlichen Organisationen angehören.

Mit dem IHRA-Vorsitz unterstreicht die Schweiz ihr langjähriges Engagement für Bildung und die Forschung im Zusammenhang mit dem Holocaust sowie das Gedenken an die Opfer des Holocausts. Entsprechend hat sie für die Periode ihres Vorsitzes, die von März 2017 bis März 2018 dauert, die Themen Bildung, Jugend und Social Media als Prioritäten definiert. Im November 2017 beherbergt die Pädagogische Hochschule Bern eine Konferenz der IHRA über die vom NS-Regime verübten Massaker an Menschen mit Behinderungen. Anfang 2018 werden die Aufklärung und der Unterricht über den Holocaust an den Internationalen Studientagen über Bildung an der Pädagogischen Hochschule in Lausanne thematisiert.

An der Plenarversammlung, die die IHRA vom 26. bis 29. Juni 2017 in Genf durchführt, stehen ebenfalls die Bildung und Forschung zum Holocaust sowie die Aufrechterhaltung der Erinnerung als eine Aufgabe der Gegenwart im Zentrum der Diskussionen. Ausserdem diskutieren die Delegierten der 31 IHRA-Mitgliedstaaten, 11 Beobachterstaaten und sieben internationalen Partnerorganisationen Themen wie den Schutz und Erhalt von Stätten, die im Zusammenhang mit dem Holocaust von Bedeutung sind, und tauschen sich über gute Beispiele von Lehrmitteln zum Thema Holocaust aus.

Die IHRA wurde im Jahr 1998 gegründet mit dem Ziel, die Forschung und Bildung in Bezug auf den Holocaust zu fördern sowie die Erinnerung an die Opfer durch Gedenkfeiern und -stätten wachzuhalten. Die Schweiz gehört dieser zwischenstaatlichen Organisation seit 2004 an. Zu den institutionellen Partnern der IHRA gehören die UNO, der Europarat, das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE und die UNESCO.