Bilaterale Beziehungen Schweiz–Armenien
Die Schweiz und Armenien pflegen traditionell gute Beziehungen, die durch einen regen Austausch gekennzeichnet sind. Die Schweiz unterstützt Armenien im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit und bemüht sich, zu einem dauerhaften Frieden in der Region beizutragen.
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz hat in den Verhandlungen zwischen Armenien und der Türkei über eine Normalisierung ihrer bilateralen Beziehungen als Vermittlerin gewirkt. Diese Vermittlung, die mit der Unterzeichnung der Zürcher Protokolle am 10. Oktober 2009 ihren Abschluss fand, hat zur Intensivierung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Armenien beigetragen, obwohl sie schliesslich weder von der Türkei noch von Armenien ratifiziert wurden.
Armenien und die Schweiz haben in vielen Bereichen bilaterale Abkommen abgeschlossen. 2016 trat ein Abkommen über Visaerleichterungen in Kraft.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Das Handelsvolumen mit Armenien belief sich 2025 auf 52 Millionen Franken. Die Exporte machten 46 Millionen Franken, die Importe 6 Millionen Franken aus. Die Schweiz exportiert hauptsächlich Präzisionsinstrumente, Uhren und Schmuck sowie Produkte der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Sie importiert Textilien, Metalle und landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise (SGE)
Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Gemeinsame Handelskammer Schweiz JCC (en)
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Armenien können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende, SBFI
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Die Schweiz bietet regelmässig ihre guten Dienste als Gaststaat für Treffen zwischen Vertretern Armeniens und Aserbaidschans an.
Die Schweiz unterstützt die demokratischen Reformen in Armenien und legt dabei den Schwerpunkt auf die Korruptionsbekämpfung, gute Regierungsführung, die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte. Die gute Zusammenarbeit zwischen Armenien und der Schweiz erstreckt sich auch auf multilaterale Gremien wie die Vereinten Nationen, die OSZE und den Europarat.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Aktivitäten der internationalen Zusammenarbeit in Armenien erfolgen im Rahmen des Regionalen Kooperationsprogramms für den Südkaukasus 2026–2029. Das übergeordnete Ziel besteht darin, den Menschen in der Region durch regionalen Dialog und Zusammenarbeit eine nachhaltige und inklusive wirtschaftliche und soziale Entwicklung, demokratische öffentliche Institutionen, menschliche Sicherheit, Frieden und eine bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel zu ermöglichen.
Kulturaustausch
Die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich in den letzten Jahren intensiviert. Zahlreiche Veranstaltungen werden im Rahmen der «Settimana della lingua italiana», der Frankophonie und der Tage der deutschen Sprache organisiert.
Schweizerinnen und Schweizer in Armenien
Im Jahr 2024 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 53 Schweizerinnen und Schweizer in Armenien.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Bereits nach dem verheerenden Erdbeben von 1988 hatte die Schweiz im damals sowjetischen Armenien humanitäre Hilfe geleistet.
Die Schweiz hat Armenien am 23. Dezember 1991 als unabhängigen Staat anerkannt. Seit dem 30. April 1992 pflegen die beiden Länder diplomatische Beziehungen. 2002 erfolgte die Akkreditierung des armenischen Botschafters in der Schweiz.
2011 eröffnete die Schweiz eine Botschaft in Jerewan. Bis dahin verfügte der Schweizer Botschafter in Tiflis über eine Seitenakkreditierung für Armenien.
Die Präsenz von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern in Armenien ist nach wie vor gering. Die armenische Diaspora in der Schweiz ist hingegen relativ gross: Zwischen 4000 und 6000 Personen mit armenischen Wurzeln leben in der Schweiz.
Armenien, Historisches Lexikon der Schweiz
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