Bilaterale Beziehungen Schweiz–Irak
Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Irak haben sich in den letzten Jahren intensiviert. Die Schweiz rückt dabei Migrationsfragen, wirtschaftliche Kooperation sowie die internationale Zusammenarbeit, besonders im Bereich Wassermanagement, ins Zentrum.
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Irak beruhen auf einem regelmässigen politischen Dialog und einer breiten Zusammenarbeit in Bereichen von gemeinsamem Interesse. Die Schweiz setzt folgende Schwerpunkte:
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Nach dem ersten Golfkrieg 1991 und den darauffolgenden Sanktionen der Vereinten Nationen kam der Handel zwischen der Schweiz und dem Irak fast komplett zum Erliegen und erholte sich nur langsam. 2003 brachen die Schweizer Exporte erneut ein, erholten sich aber seither.
Exportiert werden vor allem pharmazeutische Produkte. Die Importe aus dem Irak in die Schweiz sind traditionell bescheiden, stiegen in den letzten Jahren jedoch an. Das Handelsvolumen hat seit 2022 stetig zugenommen und belief sich 2025 auf 242 Millionen Franken. Für Schweizer Firmen bieten sich Chancen im Bereich Nahrungsmittel, Pharma/Chemie und Grossinfrastrukturprojekte.
Ländercockpit, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise, SGE
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus dem Irak können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Das regionale Kooperationsprogramm «Syrien und Nachbarländer 2026–2029» umfasst die fünf Länder Syrien, Jordanien, Libanon, Irak sowie die Türkei und gliedert sich in vier Prioritäten: Menschliche Entwicklung, Klima und Umwelt, Wirtschaftsentwicklung, sowie Frieden und Gouvernanz. Für die Umsetzungsperiode von 2026–2029 ist für das regionale Kooperationsprogramm ein Budget von rund 243 Millionen Franken vorgesehen.
Im Irak stehen die Rückkehr und Reintegration von abgewiesenen Asylsuchenden im Fokus. Die bilateralen Migrationsbeziehungen mit dem Irak sollen vertieft und formalisiert werden. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass die Grundbedürfnisse intern vertriebener Menschen befriedigt werden.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Schweizerinnen und Schweizer im Irak
2026 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 153 Schweizerinnen und Schweizer im Irak.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte den Irak de facto mit dem Empfang König Faisals I. durch den Bundesrat im August 1930 nach dem Ende des Britischen Mandats. 1936 eröffnete die Schweiz ein Konsulat in Bagdad, welches 1955 in eine Gesandtschaft umgewandelt wurde. Der Irak konstituierte sich am 31. Juli 1958 als Republik; kurz darauf erkannte die Schweiz die Republik Irak an.
Der erste Golfkrieg 1991 führte zur Schliessung der Schweizer Botschaft im Irak. Im November 2000 eröffnete die Schweiz zur Wahrung ihrer Interessen in Bagdad ein diplomatisches Verbindungsbüro, das im Oktober 2008 aus Sicherheitsgründen wieder aufgegeben werden musste.
Seit 2024 unterhält die Schweiz wieder eine Botschaft im Irak. Für konsularische Angelegenheiten ist weiterhin die Botschaft in Amman zuständig.
Irak, Historisches Lexikon der Schweiz
Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis
Links
- Schweiz und Irak
- Datenbank Staatsverträge
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- Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise, SGE
- Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
- Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI
- Irak, Historisches Lexikon der Schweiz
- Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis
Dokumente
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Die Helpline EDA beantwortet als zentrale Anlaufstelle Fragen zu konsularischen Dienstleistungen.
