Bilaterale Beziehungen Schweiz–Südsudan
Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Südsudan konzentrieren sich auf die humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit. Die Afrika-Strategie 2025–2028 der Schweiz gliedert den Kontinent nach dem Modell der Afrikanischen Union in fünf Regionen, wobei der Südsudan der Region Ostafrika angehört.
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Beziehungen der Schweiz zum Südsudan reichen schon in die Zeit vor der Staatsgründung zurück. Die Schweiz ist seit den 1990er-Jahren im Südsudan humanitär tätig und setzt sich für die Konfliktlösung sowie die Gewaltprävention ein. Seit der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 hat die Schweiz diese Partnerschaft intensiviert. Sie hat ihr Engagement auf die Entwicklungszusammenarbeit ausgeweitet, um die Resilienz der südsudanesischen Bevölkerung und Institutionen nachhaltig zu stärken.
Die Tätigkeiten der Schweiz in Afrika orientieren sich an ihrer Afrika-Strategie 2025–2028.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Handelsbeziehungen sind relativ bescheiden. Einige Firmen mit Sitz in der Schweiz sind im südsudanesischen Rohstoffsektor tätig.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Entwicklung
Forschende und Kunstschaffende aus dem Südsudan können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende SBFI
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Interne Konflikte betreffen den Südsudan seit seiner Unabhängigkeit, was weitreichende humanitäre Konsequenzen zur Folge hat. Die Schweiz unterstützt den südsudanesischen Friedensprozess auf nationaler und lokaler Ebene und trägt zur Debatte über eine wirksame und integrative Regierungsführung bei. Die Aktivitäten im Bereich der Friedensförderung werden von einem Berater für menschliche Sicherheit mit Sitz in Juba begleitet und umgesetzt.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Schweiz leistet im Südsudan seit Jahrzehnten humanitäre Hilfe. Dieses Engagement wurde nach der Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011 durch die Entwicklungszusammenarbeit ergänzt. Das Schweizer Kooperationsprogramm im Südsudan 2026–2029 konzentriert sich auf zwei Schwerpunktbereiche:
- Ernährungssicherheit und Existenzsicherung
- Schutz und sozialer Zusammenhalt
Südsudan, Einsatzländer der DEZA
Schweizerinnen und Schweizer im Südsudan
Ende 2024 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 11 Schweizerinnen und Schweizer im Südsudan und 104 südsudanesische Staatsangehörige in der Schweiz.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz vermittelte 2002 gemeinsam mit den USA einen Waffenstillstand in den Nuba-Bergen, das sogenannte Bürgenstock-Abkommen. Danach übernahm die Schweiz eine aktive Rolle bei der Aushandlung und der Umsetzung des umfassenden Friedensabkommens für den Sudan 2005, das die Grundlage für das Unabhängigkeitsreferendum im Südsudan 2011 schuf.
Die Schweiz anerkannte den Südsudan 2011 gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft. Der Südsudan eröffnete 2012 eine ständige Vertretung in Genf, die auch als Botschaft in der Schweiz akkreditiert ist. Die Schweiz verfügt seit 2006 über ein Büro in Juba.
Südsudan, Historisches Lexikon der Schweiz
Links
- Datenbank Staatsverträge
- Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI
- Südsudan, Einsatzländer der DEZA
- Südsudan, Historisches Lexikon der Schweiz
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