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Veröffentlicht am 1. Juni 2026

Bilaterale Beziehungen Schweiz–Vietnam

Die Schweiz unterhält seit 1971 diplomatische Beziehungen zu Vietnam. Das Land verzeichnet eine bemerkenswerte wirtschaftliche Dynamik, verbunden mit steigenden Lebensstandards. Entsprechend ist Vietnam für die Schweiz als Handels-, Investitions- und Innovationspartner von zunehmender Bedeutung. Mit bilateralen Handelsvolumen von 2,19 Milliarden Franken (2023) und über hundert Schweizer Firmen unterstützt die Schweiz Vietnams nachhaltige Entwicklung und fördert den Austausch in Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Kultur.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz und Vietnam unterhalten seit 1971 diplomatische Beziehungen, die sich in den letzten Jahren deutlich vertieft haben. Seit 2011 findet ein regelmässiger politischer Dialog statt und seit 2008 zählt Vietnam zu den Schwerpunktländern der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des SECO. Hochrangige Besuche, darunter der des Präsidenten des Nationalrats in Vietnam (2023), das Gespräch der Bundespräsidentin mit dem vietnamesischen Premierminister in Davos, der Besuch des Präsidenten der Nationalversammlung Vietnams (2025) und der Besuch des stellvertretenden Ministerpräsidenten Vietnams (2026), haben die Beziehungen gestärkt und die Zusammenarbeit auf zahlreichen Ebenen vertieft.

Im Januar 2025 einigten sich beide Länder grundsätzlich darauf, ihre Beziehungen zu einer umfassenden Partnerschaft auszubauen und die Zusammenarbeit in Bereichen wie Innovation, grüne Finanzwirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Bildung zu stärken.

Datenbank Staatsverträge

Regierung von Vietnam (Englisch)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Vietnam ist ein vielversprechender Markt für die Schweiz. Mit rund einhundert in Vietnam tätigen Unternehmen gehört die Schweiz zu den grösseren europäischen Investoren im Land. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern erreichte im Jahr 2023 2,19 Milliarden Franken. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), der die Schweiz angehört, und Viet Nam laufen seit 2012.

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Die Schweizer Botschaft in Hanoi fördert gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und einem Netzwerk wissenschaftlicher Partner aus der Akademie und dem Privatsektor die Forschungszusammenarbeit mit Vietnam. Zentrale Instrumente hierfür sind die Exzellenzstipendien des SBFI, bi- und multilaterale Formate der Forschungsförderung sowie diverse spezifische Partnerschaften und Austauschprogramme. Insgesamt vertiefen diese Instrumente den Wissenstransfer, intensivieren die Zusammenarbeit und ermöglichen nachhaltige Lösungen für gemeinsame Herausforderungen, wodurch zugleich die starke Position der Schweiz als Innovationsstandort weiter gefestigt wird.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Friedensförderung und Menschliche Sicherheit

Die Schweiz bringt Fragen der Menschenrechte und der menschlichen Sicherheit regelmässig in ihren laufenden politischen Dialog mit Vietnam ein. Zudem ist die Schweiz Mitglied der G4-Gruppe der Botschaften in Hanoi, zusammen mit Kanada, Neuseeland und Norwegen, die seit 20 Jahren die Bemühungen zur Förderung und Aufrechterhaltung eines konstruktiven Menschenrechtsdialogs mit den vietnamesischen Behörden koordiniert. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit tauschen die vier Botschaften gemeinsam Standpunkte aus, bringen Anliegen vor und fördern ein kontinuierliches Engagement in Menschenrechtsfragen auf respektvolle und lösungsorientierte Weise.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Zwischen 1991 und 2024 stellte die Schweiz über 650 Mio. Franken für Entwicklungs-, und humanitäre Hilfe bereit. Zunächst lag der Fokus auf Armutsbekämpfung, ländlicher Entwicklung, lokaler Regierungsführung und Zugang zur Justiz. Vietnam ist derzeit ein Schwerpunktland der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des SECO. Seit 2016 richtet sich die Zusammenarbeit stärker auf marktorientierte Strukturen, Wettbewerbsfähigkeit des Privatsektors und globale Integration bei gleichzeitiger Beachtung von Inklusivität und Nachhaltigkeit. Für 2025–2028 konzentriert sich das Programm auf nachhaltigen Handel und Innovation, stabile Finanzen sowie klimafreundliche Industrie- und Stadtentwicklung. Humanitäre Hilfe wurde zuletzt bei Taifun Yagi und während Covid-19 geleistet.

Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliche Kooperation

Schweizerinnen und Schweizer in Vietnam

Anfang 2026 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 682 Schweizerinnen und Schweizer in Vietnam.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1971 eröffnete die Schweiz 1973 eine Botschaft in Hanoi. Vietnam eröffnete 2000 eine Botschaft in Bern und die Schweiz 2015 ein Generalkonsulat in Ho-Chi-Minh-Stadt. Der erste offizielle Besuch eines Schweizer Bundespräsidenten in Vietnam fand im August 2008 statt.

Vietnam, Historisches Lexikon der Schweiz

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis

Dokumente

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