Nicaragua: Katastrophenvorsorge zahlt sich aus

Projekt abgeschlossen
Ein Mann steht neben einem weniger als ein Meter hohen Steinmäuerchen auf einem Feld.
Einfache Steinmäuerchen helfen gegen die Bodenerosion. © DEZA DEZA

Während gut drei Jahren wurde in Nicaragua ein Modellversuch zur Minimierung der Schäden im Zusammenhang mit dem Klimawandel durchgeführt. Auf diese Weise konnten Tausende Kleinbäuerinnen und Kleinbauern für das Problem sensibilisiert und neue Techniken getestet werden. Nun erzielen die Bauern höhere Ernteerträge.

Land/Region Thema Periode Budget
Nicaragua
Klimawandel & Umwelt
Umweltpolitik
Reduktion von Katastrophenrisiken DRR
01.10.2013 - 31.03.2017
CHF 4'000'000

Neue Wasserspeicher mit einem Volumen von fast 300ʼ000 m3 und Aufforstungen auf 22ʼ000 Hektaren (220 km2): Diese schwindelerregenden Zahlen geben eine Vorstellung von dem grossen Engagement, mit dem in den letzten Jahren Tausende von nicaraguanischen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Techniken zur Katastrophenprävention geschult wurden. 

Von Ende 2014 bis Anfang 2017 unterstützte die DEZA ein Projekt der Interamerikanischen Entwicklungsbank: Fast 5000 Landwirtinnen und Landwirte an zwei Orten im Norden Nicaraguas – Rio Viejo und Apanás-Stausee – wurden für die Auswirkungen des Klimawandels sensibilisiert, die an den Berghängen des Landes bereits seit Jahren sichtbar sind. In höher gelegenen Gebieten folgen auf grosse Dürreperioden nicht selten sintflutartige Regenfälle, die zu tödlichen oder zumindest für die Landwirtschaft verheerenden Erdrutschen führen. 

Entschädigung der Arbeiten

Die Landwirtinnen und Landwirte realisierten nicht nur den Ernst der Lage, sondern legten auch selbst Hand an. Sie beteiligten sich an den Bodenarbeiten, pflanzten resistente Kaffeesorten, forsteten auf oder halfen beim Bau von Wasserspeichern mit. 

Für ihre Arbeit und ihr Engagement zum Schutz der Umwelt erhielten sie bis zu 800 US-Dollar vom nicaraguanischen Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt. Die verteilten Schecks wurden für den Kauf von Pflanzen, Geräten oder Dünger verwendet. 

Infolge des Projekts gaben viele Bauern landwirtschaftliche Methoden auf, die zu Bodenerosion führen. Sie stellten zudem fest, dass die neuen Techniken sogar zu einer Produktionssteigerung führen können. Wie eine Erhebung bei über 1000 Haushalten zeigte, stiegen die Einnahmen der Betriebe im Durchschnitt um fast 200 US-Dollar pro Hektare und Jahr. Die Ernteverluste infolge Dürre gingen um 6% zurück, und der Anteil, der an eine Abwasserentsorgung angeschlossenen Haushalte, nahm um einen Drittel zu. 

Diese erfreulichen Ergebnisse zeigen, dass eine nachhaltige, ressourcenschonende Bewirtschaftung in den meisten Fällen mit den Wirtschaftsinteressen der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern vereinbar und sogar förderlich ist. 

Besserer Schutz für 50ʼ000 Menschen

Das von der DEZA unterstützte Projekt ermöglichte zudem den Bau von rund 50 Anlagen zum Schutz vor Überschwemmungen, die die Sicherheit von fast 50ʼ000 Einwohnerinnen und Einwohnern gewährleisten. Rund 42 kommunale Dienststellen im Bereich Katastrophenvorsorge und ‑management erhielten Schulungen und moderne Ausrüstung. 

Von Naturkatastrophen sind bekanntlich vor allem arme Bevölkerungsschichten betroffen. Das Engagement der DEZA für die Sicherheit der Bergbevölkerung Nicaraguas ist deshalb eine konkrete Massnahme für mehr soziale Gerechtigkeit.