Mikroversicherungen für Reisbauern in Asien

Projekt abgeschlossen
Arbeit in den Reisfeldern in Indien.
Arbeit in den Reisfeldern in Indien. © IRRI © IRRI

RIICE ist der Name eines Entwicklungsprojekts, das in Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Kapitalgebern realisiert wird und technologische Innovation mit einer Ernteversicherung kombiniert. Ziel des Projekts ist es, mit einer Mikroversicherung gegen Ernteausfälle die Nahrungssicherheit zu verbessern und mit fortschrittlicher Satellitentechnologie bessere Ernteprognosen zu liefern. Millionen von kleinen Reisbauern in Asien sollten von diesem innovativen Projekt profitieren.

Land/Region Thema Periode Budget
Asien
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Beschäftigung & Wirtschaftsentwicklung
Landwirtschaftliche Entwicklung
Landwirtschaftliche Dienstleistungen & Markt
KMU Förderung
01.05.2015 - 30.09.2018
CHF 3'787'500

Eine Gruppe von Experten hat sich zusammengetan, um mit Satellitentechnologie das Reiswachstum zu beobachten und vorauszusagen. Das Projekt heisst RIICE für «Remote Sensing-Based Information and Insurance for Crops in Emerging Economies» und nutzt Technologie zur Fernerkundung (Remote Sensing Technology) als unabhängiges und transparentes Instrument, um Information über das Reiswachstum in Entwicklungsländern bereitzustellen. Verbunden mit einer Mikroversicherung soll es die Nahrungssicherheit für über fünf Millionen Kleinbauern in Bangladesch, Kambodscha, Indien, Indonesien, Thailand, den Philippinen und Vietnam verbessern.

Weltweit sind 20 Millionen Hektaren Reisfelder überflutungsgefährdet, darunter die grössten reisproduzierenden Gebiete in Asien. Deshalb brauchen diese Länder genaue Informationen über die Reisproduktion, um das Angebot besser vorauszusagen und der Nachfrage anzupassen. Zudem stabilisieren neue Mechanismen zur Anpassung an den Klimawandel die Einkommen von Kleinbauern und erhöhen ihre Widerstandsfähigkeit gegen klimabedingte Ernteausfälle.

Übertragung der Risiken an Privatversicherungen

In Zusammenarbeit mit nationalen Regierungen hat RIICE ein neues Modell für eine Entwicklungspartnerschaft zwischen Öffentlichkeit und Privatwirtschaft entwickelt. Dessen Ziel ist es, die Risiken im Zusammenhang mit Naturkatastrophen von den Bauern und Regierungen an Privatversicherungen zu übertragen. «Mit frühzeitigen und transparenten Informationen über Ernteausfälle aufgrund von Naturkatastrophen können Versicherer rasch handeln und Versicherungsleistungen sofort auszahlen», erklärt Michael Anthony, Projektkoordinator für RIICE bei Allianz Re. Und fügt hinzu: «Indem sie das finanzielle Risiko der Bauern an die Privatversicherungen übertragen, können Regierungen die finanziellen Auswirkungen von Naturkatastrophen auf ihre eigenen Budgets und die Budgets der Bauern mildern.»

Erfassung und Überwachung der Reisproduktion zur Erstellung von Ernteprognosen

Das Modell zur Schätzung der zu erwartenden Produktion beruht auf dem Vergleich zwischen Satellitendaten und Informationen vor Ort. Diese Informationen werden von Reisforschern beim internationalen Reisforschungsinstitut (International Rice Research Institute, IRRI) und von Fernerkundungsexperten bei sarmap, den beiden Partnerorganisationen, erfasst. «Dank der Daten der Europäischen Weltraumorganisation können wir gratis Bilder der Erde in sehr hoher Auflösung nutzen. Ab 2013 werden wir solche Bilder einmal in der Woche erhalten», erklärt Francesco Holecz, CEO und Mitbegründer von sarmap. Sein Kollege beim IRRI, Andy Nelson, betont, wie wertvoll diese Informationen für eine Verbesserung der Transparenz über die Reisproduktion und Ernteschäden sind: «Indem wir in jedem Land mit Partnern arbeiten, können wir detaillierte und genaue Daten über Anbauflächen, Produktion und Ertrag der wichtigsten Kulturen in der Region liefern.»

Versicherungslösungen für Kleinbauern

Diese neuen Technologien bieten eine effiziente Möglichkeit, um grundlegende Informationen über die angepflanzten Kulturen, Anbauflächen sowie Wachstum und Ertrag zu generieren und Ernteschäden und Verluste aufgrund von Dürren und Überflutungen zu beurteilen. Naturkatastrophen und Ereignisse wie die pakistanische Flutkatastrophe 2010 können teure humanitäre Operationen auslösen, die die Zielgruppen oft erst Monate später erreichen. Die Allianz Re bietet deshalb eine Versicherung für Ernteausfälle an, die den Bauern rascher zur Verfügung stehen sollte.

Ein ganzheitlicher Ansatz für komplexe Probleme

Die DEZA engagiert sich in dieser neuen und innovativen Partnerschaft, weil das Projekt das Potenzial hat, Millionen von Kleinbauern in Asien zu helfen, mit der Möglichkeit, es später auf die ganze Welt auszudehnen. Das Projekt ist zudem ein gutes Beispiel für einen ganzheitlichen Ansatz für ein komplexes Problem. Das Projekt federt nicht nur die Risiken von Dürren und Überflutungen ab und verbessert die Ernährungssicherheit, es bekämpft auch die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf Kleinbauern. Neben ihrem finanziellen Beitrag unterstützt die DEZA die nationale Umsetzung des Projekts institutionell und politisch, indem sie ihre Kontakte zu den entsprechenden Ministerien in den betroffenen reisproduzierenden Ländern in Asien nutzt. Die DEZA sorgt auch dafür, dass das Augenmerk des Projekts auf den Armen und auf den Kleinbauern liegt.