Myanmar

Die Schweiz unterstützt die Bevölkerung in Myanmar in drei Bereichen: Frieden, Staatsaufbau und Schutz, Berufsbildung und Marktentwicklung sowie Gesundheit. Die Machtübernahme des Militärs vom 1. Februar 2021 hat den Kontext radikal geändert. Die Schweiz hat ihr Kooperationsprogramm angepasst und noch stärker auf die Grundbedürfnisse der Bevölkerung und Konfliktreduktion ausgerichtet.

Karte von Myanmar
© EDA

Mit dem Schweizer Kooperationsprogramm 2019–2023 für Myanmar verfolgt die Schweiz das übergeordnete Ziel, durch die Förderung von nachhaltiger Entwicklung, Konflikttransformation, Versöhnung und der Mitwirkung aller Bevölkerungsgruppen am Aufbau des Staates einen Beitrag zu einer friedlichen, inklusiven, demokratischen und prosperierenden Gesellschaft zu leisten.

Das Kooperationsprogramm konzentriert sich auf die folgenden drei Bereiche: Frieden, Staatsaufbau und Schutz, Berufsbildung und Marktentwicklung sowie Gesundheit. Transversalthemen sind Geschlechtergleichstellung, gute Regierungsführung, Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel. Der geografische Fokus liegt auf dem Südosten Myanmars (Gliedstaaten Kayin und Mon sowie Teil der Region Tanintharyi), dem Südlichen Shanstaat und dem Gliedstaat Rakhine. 

Militärische Machtübernahme

Die Machtübernahme durch das Militär in Myanmar am 1. Februar 2021 hat den Kontext radikal verändert und Polarisierung, Konflikte, Armut und humanitäre Bedürfnisse verschärft. Die Schweiz hat die Machtübernahme durch das Militär scharf verurteilt und die Zusammenarbeit mit der Militärregierung eingestellt, um den Coup nicht zu legitimieren.

Die Schweiz bleibt engagiert in Myanmar, hat aber ihr Kooperationsprogramm angepasst und neu ausgerichtet. Bis Ende 2023 werden Interventionen priorisiert, die die Auswirkungen der Krise auf die Bevölkerung mildern und zu Konflikttransformation und Dialog beitragen. Die bestehenden Themenbereiche, in denen die Schweiz nachweislich über Erfahrung, Fachwissen und Partnerschaften verfügt, bieten eine solide Grundlage, um auf die wachsenden Bedürfnisse der Bevölkerung zu reagieren und eine Verhandlungslösung für die Krise zu fördern.

Fragilität, Konflikt und Menschenrechte

Frieden, Staatsaufbau und Schutz

Die Schweiz arbeitet mit Entscheidungsträgern auf verschiedenen Ebenen, um Frieden, demokratische Grundsätze und Dezentralisierung zu fördern. Sie fördert den Dialog zwischen Konfliktparteien und stärkt die Menschenrechte. Sie befähigt Menschen und Gemeinschaften, sich an Entscheidungen zu beteiligen, die sie direkt betreffen, auch was den Zugang zu Land, Ressourcen und Dienstleistungen anbelangt. Zudem setzt sie sich für einen besseren Schutz von gefährdeten Bevölkerungsgruppen vor Konflikten, Gewalt und Naturkatastrophen ein.

In den Jahren 2019 und 2020 hat die Schweiz die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien im Rahmen des Friedensprozesses und die Überarbeitung des Code of Conduct für demokratische Wahlen unterstützt. Sie unterstützte die Zivilgesellschaft und lokale Gemeinschaften dabei, ihre Anliegen zur Dezentralisierung zu artikulieren und ihren Zugang zu Land zu sichern. Seit 2019 engagiert sich die Schweiz verstärkt im Bau/Unterhalt von kinderfreundlichen und vor Naturgefahren geschützten Schulen. Zudem setzt sie sich für den Schutz staatenloser, von Landminen gefährdeter sowie diskriminierter Menschen ein.

Katastrophenvorsorge, Nothilfe, Wiederaufbau und Schutz

Berufsbildung und Marktentwicklung

Die Schweiz setzt sich für die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine verstärkte Marktorientierung der Produktion ein, indem der Zugang zu Dienstleistungen und Märkten verbessert wird, insbesondere in abgelegenen und konfliktbetroffenen Gebieten. Die Schweiz will die Einkommens- und Erwerbsmöglichkeiten benachteiligter Frauen und Männer durch technische und berufliche Aus- und Weiterbildung verbessern, die sich am dualen Bildungssystem der Schweiz orientiert.

In den Jahren 2019 und 2020 bildete die Schweiz und ihre Partner 14'000 Lernenden (49% Frauen) im Gastgewerbe und anderen Berufen aus. Sie unterstützte über 23'000 Kautschukbauern und -Zapfer (36% Frauen) mit Schulungen in den Bereichen Gender, Landrecht, Zapftechniken, Kautschukverarbeitung und verbesserte Verbindungen zu Verarbeitungsbetrieben.

Berufsbildung

Gesundheit

Die Schweiz engagiert sich für die Stärkung des Gesundheitssystems und verbesserten Zugang zu Gesundheitsleistungen in konfliktbetroffenen und ländlichen Gebieten. Sie fördert die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und ethnischen Gesundheitsorganisationen bei der Erbringung von qualitativ hochwertiger Gesundheitsleistungen und trägt damit zur Vertrauensbildung und Stärkung der sozialen Kohäsion bei.

In den Jahren 2019 und 2020 wurden mit Schweizer Unterstützung 160'000 Geburten durchqualifiziertes Gesundheitspersonal betreut und rund 200 integrative Gesundheitspläne auf Gemeindeebene entwickelt. Im Jahr 2020 standen Schweizer Partner bei der Bekämpfung von COVID-19 an vorderster Front, indem sie Präventionsmassnahmen umsetzten, persönliche Schutzausrüstungen und Tests beschafften, den politischen Dialog förderten und die Gesundheitsakteure vor Ort technisch unterstützten.

Gesundheit

Herangehensweise und Partner

Das Kooperationsprogramm kombiniert die Instrumente der Diplomatie, der humanitären Hilfe, der Entwicklungszusammenarbeit und der Friedensförderung. Die wichtigsten Partner der Schweiz sind Nichtregierungsorganisationen (schweizerische, lokale und internationale), ethnische Organisationen, multilaterale Organisationen, der Privatsektor und staatlichen Behörden auf zentraler, regionaler und Gemeindeebene*.

*Nach der Machtübernahme durch das Militär hat die Schweiz die Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden eingestellt und ihre Zusammenarbeit mit anderen Partnern verstärkt, um ihre Ziele zu erreichen. 

Aktuelle Projekte

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International Humanitarian Law, Security Sector Governance and Leadership in Transition

15.03.2019 - 31.12.2019

The project aims to increase the capacities of middle-ranked officers of the Myanmar Defence Forces to (1) drive forward reforms which improve the adherence of the Myanmar Defence Forces to Human Rights and International Humanitarian Law, (2) to improve protection of civilians in armed conflict and (3) to support reforms towards democratic control of armed forces.


Access to Health Fund (ACCESS)

01.01.2019 - 31.12.2023

The Access to Health Fund (previously 3MDG), is strongly committed to deliver health services in conflict-affected areas to populations beyond the reach of government. By supporting State and Ethnic Health Organizations, the fund contributes to trust, fosters coordination, and mitigates causes of conflict. The Swiss contribution represents a continuation of support to Myanmar's health actors towards achieving universal health coverage.


Primary Health Care (PHC)

01.01.2019 - 31.12.2022

The Primary Health Care project uses a convergent approach to improve the health status of vulnerable people in four conflict-affected townships in Kayin State. It contributes to peace, and brings together the Ministry of Health and Sports and Ethnic Health Organizations. Basic health services are strengthened through better coordination, training, supervision and supplies. Communities are empowered to achieve better health and feedback mechanisms are introduced. 


CDNH: Conflict prevention Rakhine

01.11.2018 - 31.08.2021

After the events in Rakhine in August 2017, violence and communal tensions are still prevailing and mistrust has increased among and between communities, state and village officials and security authorities. The need to gather the stakeholders around conflict prevention, livelihood skills enhancement, conflict analysis and gender and civic education is repeatedly expressed by all. This project helps to improve the relationship between the main key actors in and around Rakhine to lower the potential of further tensions, abuses and install trust-building mechanisms.


Mekong Region Land Governance (MRLG) Phase 2

01.07.2018 - 31.12.2022

Land governance remains at the centre of development challenges in Cambodia, Laos, Myanmar and Vietnam (CLMV), and land expropriation is a key driver of new poverty and food insecurity. The governments in the region have begun to turn their attention to legal and policy issues on land governance. This creates an opportunity for MRLG and the Reform Actors it brings together, to contribute to improvements in policies and practices regarding land tenure security for family farmers.


Vocational Skills Development Programme (VSDP)

01.05.2018 - 31.03.2023

Over 11’000 women and men will directly benefit from improved access to relevant and recognised skill development and employment opportunities in selected urban and rural areas, particularly in the South East of Myanmar, Yangon and Mandalay. The programme will further contribute to strengthening the overall vocational training system in Myanmar through strategic partnerships with the government of Myanmar and private sector partners from selected industries.


Generating Rubber Opportunities project (GRO)

01.01.2018 - 31.12.2022

The production of natural rubber is a key livelihood activity of farmers in Mon and Kayin State and northern Tanintharyi region. CARE International is mandated to implement a Market Systems Development project to work with all market actors and particularly the support institutions (meso level) for improving information, market access and access to inputs for 25,000 farmers as well as improving working conditions of particularly women in rubber plantations.




Emergency support to IRC integrating GBV services, Protection and Health for conflict-affected communities in Rakhine State, Myanmar

01.06.2017 - 31.03.2018

This project will allow IRC to provide protection, GBV and health services to respond to identified urgent needs of conflict-affected communities in Rathedaung in Rakhine State, Myanmar, through a 7 months integrated protection, Gender-Based Violence (GBV) and health response. Both, Muslim and Rakhine communities will benefit from the outcomes of this project.



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