Von der Ausbildung zur Beschäftigung (E2E)


Ein Mädchen steuert Maschinen mit einem Computer.
Das Projekt unterstützt Ausbildungsangebote und Massnahmen zugunsten der Beschäftigung Jugendlicher. © DEZA

Serbien steht mitten im Verhandlungsprozess über den Beitritt zur Europäischen Union. Um die für EU-Mitgliedländer geltenden Anforderungen zu erfüllen, muss sich das Land reformieren. Die Jugendarbeitslosigkeit, die bei 27,5% liegt, stellt ein prioritäres Anliegen der serbischen Regierung dar. Im Rahmen der Reform des Berufsbildungssystems möchte sich Serbien auf die Erfolgsfaktoren des dualen Bildungssystems in der Schweiz stützen. Die Schweiz wurde ersucht, diese wichtige Reform zu begleiten.

Land/Region Thema Periode Budget
Serbien
Wirtschaft und Beschäftigung
Berufsbildung und Fertigkeitentraining
Förderung des Arbeitsmarkts
01.04.2015 - 31.12.2019
CHF 8'010'000

Wirtschaftliche Blockaden

Die Arbeitslosigkeit in Serbien ist nach wie vor hoch, namentlich unter Jugendlichen. Mehr als die Hälfte dieser Bevölkerungsgruppe ist erwerbslos. Ursachen der hohen Arbeitslosigkeit sind die mangelnde wirtschaftliche Entwicklung und die sinkende Wettbewerbsfähigkeit.

Reformen auf zwei Ebenen

Das duale Berufsbildungsprogramm «dual Vocational Education and Training (dVET)» vermag das Missverhältnis zwischen schulisch erworbenen und im Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen noch nicht auszugleichen. Grundbildung und Berufsausbildung entsprechen nicht den Anforderungen des Arbeitsmarkts. Das Projekt «From Education to Employment» (E2E) der DEZA soll die Arbeitsmarktchancen junger Serbinnen und Serben verbessern und Alternativen zur Emigration bieten. Um dies zu ermöglichen, setzt sich die Schweiz für Reformen ein, welche die Qualifikation der Arbeitskräfte verbessern und eine stärkere Einbindung des Privatsektors bei der Schaffung von Arbeitsplätzen fördern sollen. Das Programm leistet Unterstützung in zwei Bereichen: 

  1. bei der Ausarbeitung der Reformen im Rahmen des «Economic and Social Reform Program and the unified National Qualification Framework» (NQF);

  2. bei der Abstimmung von Angebot (Stellensuchende) und Nachfrage (Arbeitgeber), indem öffentlich-private Partnerschaften (PPP) im Berufsbildungssystem geschaffen werden. 

Im ersten Bereich sollen die Reformen eine bessere Abstimmung zwischen Bildungspolitik und wirtschaftlichen Notwendigkeiten gewährleisten. So sollen zum Beispiel nicht-formale Ausbildungsgänge für Erwachsene, die im Rahmen des zweigleisigen Systems umgesetzt und getestet wurden, fortan Bestandteil des formalen Systems im Rahmen des NQF sein. 

Im zweiten Bereich unterstützt das Programm fünf Gemeinden (Novi Pazar, Knjaževac, Pirot, Kruševac and Kragujevac). Diese weisen eine Arbeitslosenquote über dem Landesmittel (60%) auf, verfügen jedoch über einen dynamischen Privatsektor, und die lokalen Behörden zeigen ein starkes Interesse. Die 17'000 erwerbslosen Jugendlichen (43% der 15- bis 29-Jährigen dieser fünf Gemeinden) und die investitionsbereiten Unternehmen sollen unterstützt und die Jugendlichen zudem besser über ihre beruflichen Möglichkeiten informiert werden. Von Januar bis Juni 2016 wurden 20 PPP gegründet, und die Modalitäten der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern, Stellensuchenden, Zivilgesellschaft, Arbeitsvermittlungen und Schulungseinrichtungen nehmen Form an.