Bilaterale Beziehungen Schweiz–Frankreich

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich sind vielfältig und intensiv, besonders in den Grenzregionen. Die beiden Länder sind durch eine gemeinsame Sprache sowie den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und menschlichen Austausch verbunden. Auf allen Ebenen werden regelmässig enge Kontakte gepflegt.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Frankreich als Nachbarland und Gründungsmitglied der Europäischen Union (EU) ist ein prioritärer Partner der Schweizer Aussenpolitik. Zahlreiche bilaterale Abkommen sowie die Beziehungen der Schweiz zur EU prägen den bilateralen Austausch.

Die Schweiz teilt mit Frankreich eine fast 600 km lange Grenze. Entsprechend intensiv ist der grenzüberschreitende Austausch, vor allem in der Agglomeration Genf, der Genferseeregion, dem Espace Mont-Blanc sowie am Oberrhein und im Jurabogen. Über 180’000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Frankreich arbeiten in der Schweiz.

Gegenstand der bilateralen Zusammenarbeit sind insbesondere Wirtschafts-, Steuer- und Finanzfragen, die Kooperation im Bereich Forschung und Innovation sowie Infrastrukturprojekte.

Zudem tauschen sich die Schweiz und Frankreich regelmässig über aktuelle internationale Fragen und die Zusammenarbeit in multilateralen Gremien aus.

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Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Frankreich ist mit einem Aussenhandelsanteil von 6,5% nach Deutschland, den USA, Grossbritannien und Italien der fünftwichtigste Handelspartner der Schweiz. 2019 belief sich das bilaterale Handelsvolumen auf 38 Milliarden Franken. Besonders wichtig sind die Handelsströme mit den Grenzregionen Auvergne Rhône-Alpes, Burgund Franche-Comté und Grand-Est. Mit einem Kapitalbestand von 82,3 Milliarden Euro 2018 steht die Schweiz unter den letztlich berechtigten ausländischen Investoren in Frankreich an zweiter Stelle nach den USA. Frankreich ist seinerseits mit Investitionen in der Höhe von 48,7 Milliarden Franken der viertgrösste ausländische Investor in der Schweiz. Rund 1100 Schweizer Unternehmen beschäftigen 265’000 Angestellte in Frankreich. Umgekehrt bieten 1500 französische Unternehmen in der Schweiz rund 71’000 Arbeitsplätze. 180’000 französische Staatsangehörige reisen täglich zur Arbeit in die Schweiz ein.

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Frankreich und die Schweiz unterhalten rege Beziehungen in den Bereichen Bildung und Forschung. Vertreter des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), des französischen Bildungsministeriums (Ministère français de l’Education nationale) und des Ministeriums für Hochschulwesen, Forschung und Innovation (Ministère français de l’Enseignement supérieur, de la Recherche et de l’Innovation) pflegen einen regelmässigen Austausch. Die beiden Länder arbeiten im Rahmen verschiedener Programme und Forschungsorganisationen Europas, wie dem CERN und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), eng zusammen. Das gemeinsame Engagement in der ESA hat 2019 insbesondere die Mission rund um das Weltraumteleskop CHEOPS ermöglicht, die Daten über die Grösse, Zusammensetzung und atmosphärischen Eigenschaften von Exoplaneten liefern soll.

Kulturaustausch

Der kulturelle Austausch zwischen der Schweiz und Frankreich ist historisch begründet und vielfältig. Seit mehr als 30 Jahren finanziert Pro Helvetia das «Centre culturel suisse» in Paris, das den Auftrag hat, zeitgenössische Schweizer Produktionen im Kulturbereich zu fördern und zu verbreiten. Die Schweizer Botschaft in Paris sowie die Generalkonsulate von Lyon, Marseille und Straßburg begleiten und unterstützen die Kommunikation zu Schweizer Kulturveranstaltungen, die von den zahlreichen französischen Partnerinstitutionen organisiert werden. Die zuständigen staatlichen Stellen treffen sich regelmäßig zu einem kulturellen Austausch.

Schweizerinnen und Schweizer in Frankreich

2019 waren in Frankreich bei der Botschaft und den Generalkonsulaten fast 200’000 Schweizer Staatsangehörige gemeldet. Das ist die grösste Auslandschweizergruppe.

Auslandschweizerstatistik, EDA

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz eröffnete 1798 in Paris ihre erste Auslandvertretung. Kurz danach wurde in Bordeaux ein Konsulat eröffnet. Ende des 19. Jahrhunderts war Frankreich der einzige Staat mit einer Gesandtschaft in Bern.

Frankreich, Historisches Lexikon der Schweiz