Grundsätzliche Einschätzung
Von Reisen nach Niger sowie von Aufenthalten jeder Art im Land wird abgeraten.
Im ganzen Land bestehen hohe Sicherheitsrisiken und das Entführungsrisiko ist sehr hoch. Eine weitere Verschlechterung der Sicherheitslage ist möglich.
Schweizer Staatsangehörige, die entgegen der Empfehlung des EDA nach Niger reisen, müssen sich bewusst sein, dass die Schweiz nur sehr eingeschränkte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Hilfeleistung hat.
Niger wird seit einigen Jahren von einer Regierung geführt, die vom Militär kontrolliert wird. Das Land befindet sich weiterhin in einer Übergangsphase. Die Sicherheitskräfte sind stark belastet und die öffentliche Verwaltung ist in vielen Landesteilen nur ungenügend präsent. Nach dem Abzug westlicher Militärtruppen hat sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert.
Das Entführungsrisiko ist im ganzen Land sehr hoch. In grossen Teilen der Sahara und des Sahel sind bewaffnete Banden und terroristische Gruppierungen aktiv, die von Schmuggel, Raubüberfällen und Entführungen leben. Sie sind gut organisiert, operieren grenzüberschreitend und haben Verbindungen zu lokalen, kriminellen Gruppen. Immer wieder werden Ausländerinnen und Ausländer in der Sahara und der Sahelzone verschleppt. Besonders gefährdet sind Touristinnen und Touristen, Mitarbeitende von internationalen Organisationen, Hilfsorganisationen und ausländischen Firmen, sowie Personen religiöser Einrichtungen.
Beachten Sie die Informationen auf unseren spezifischen Internet-Seiten:
Entführungsrisiko in der Sahara und Sahelzone
Terrorismus und Entführungen
Das Risiko von terroristischen Anschlägen und Überfällen besteht im ganzen Land. Bewaffnete Angriffe fordern immer wieder zahlreiche Todesopfer und Verletzte.
Vor allem in den Grenzgebieten zu Burkina Faso, Mali und Nigeria kommt es immer wieder zu bewaffneten Zwischenfällen. In den Grenzgebieten zu Nigeria sind zudem bewaffnete kriminelle Banden aktiv, insbesondere in der Region Maradi.
Es kommt zu Stromunterbrüchen und Versorgungsengpässen mit Treibstoff. Es gibt auch regelmässig Probleme mit der Liquidität (Bargeld).
Bei Demonstrationen kann es zu gewalttätigen Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und den Sicherheitskräften kommen.