Bilaterale Beziehungen Schweiz–Slowakei

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Slowakei sind eng, insbesondere auf zivilgesellschaftlicher Ebene. Nach dem Ende des Prager Frühlings 1968 fanden rund 13’000 Tschechoslowakinnen und Tschechoslowaken als Flüchtlinge in der Schweiz Aufnahme. Die Slowakei gehörte zu den Empfängerländern des Schweizer Erweiterungsbeitrags.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die beiden Länder pflegen enge diplomatische Beziehungen, die sich dank reger Besuchsdiplomatie in den letzten Jahren intensiviert haben. Allein 2016 kam es zu zwei Präsidialtreffen: im Juni weilte Bundespräsident Johann Schneider-Ammann in Bratislava, während der slowakische Präsident Andrej Kiska im Oktober Bern besuchte. In den letzten zehn Jahren lag einer der Schwerpunkte der bilateralen Beziehungen auf der engen Kooperation im Rahmen des Schweizer Erweiterungsbeitrags. Die Schweiz und die Slowakei arbeiten auch in internationalen Gremien eng zusammen.

Datenbank Staatsverträge

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Der Handel zwischen der Schweiz und der Slowakei entwickelt sich insgesamt erfreulich. Das Gesamthandelsvolumen betrug 2019 1,69 Milliarden Franken. Die rund 70 in der Slowakei tätigen Schweizer Firmen beschäftigen 8200 Personen.

Handelskammer Schweiz-Slowakische Republik

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Forschende aus der Schweiz und der Slowakei arbeiten im Rahmen von Horizon 2020 in mehreren Dutzend Projekten zusammen.

Forschende und Kulturschaffende aus der Slowakei können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Der Schweizer Erweiterungsbeitrag

Die Slowakei gehörte zu den Empfängern des Schweizer Beitrags für die Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten EU. Insgesamt wurden 67 Millionen CHF für 23 Projekte eingesetzt, fast 40% der Mittel flossen in die strukturschwachen Randregionen im Osten der Slowakei. Die Slowakei gehört auch zu den Empfängern des zweiten Schweizer Beitrags.

Slowakische Republik – Partnerland des Schweizer Erweiterungsbeitrags

Schweizerinnen und Schweizer in der Slowakei

Ende 2019 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 367 Schweizer Staatsangehörige in der Slowakei.

Auslandschweizerstatistik, EDA

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Nach dem Ende des Prager Frühlings 1968 hat die Schweiz rund 13 000
Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei aufgenommen.

Die Teilung der Tschechoslowakei 1992 führte zu den beiden neuen Staaten Tschechische Republik und Slowakei. Die Schweiz anerkannte die Slowakei am Tag ihrer Gründung, d.h. am 1. Januar 1993.

In den 1990er-Jahren, während der Übergangsphase nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, war die Slowakei ein Schwerpunktland der schweizerischen Osthilfe. Der Bund unterstützte eine Reihe von Projekten mit insgesamt 50 Millionen CHF.

Seit 1999 verfügt die Schweiz über eine Botschaft in Bratislava. Die
Slowakei betreibt eine Botschaft in Muri bei Bern.

Slowakei, Historisches Lexikon der Schweiz