Bilaterale Beziehungen Schweiz–Algerien

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Algerien sind gut und vielfältig. Sie decken zahlreiche Bereiche wie Migration, neue Technologien, nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft und Kultur ab. Die beiden Länder haben mehr als 30 Abkommen abgeschlossen. 

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Während des Algerienkriegs (1954–1962) wirkte die Schweiz als Vermittlerin zwischen den Konfliktparteien. Nach geheimen Treffen in Luzern und Neuchâtel wurden im März 1962 in Evian die Abkommen unterzeichnet, die das Kriegsende und die Unabhängigkeit Algeriens besiegelten. Seither hat die Schweiz eine Botschaft in Algier. 2015 wurde die neue Botschaft eingeweiht.

Algerien, Historisches Lexikon der Schweiz

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis

MENA-Strategie

Am 14. Oktober 2020 verabschiedete der Bundesrat eine regionale Strategie für den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA-Strategie) für den Zeitraum 2021–2024. Darin legte er fünf thematische Schwerpunkte fest: Frieden, Sicherheit und Menschenrechte, Migration und Schutz von Menschen in Not, nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft sowie Digitalisierung und neue Technologien.

Diese Schwerpunkte werden auf die einzelnen Regionen und Länder abgestimmt. In Nordafrika konzentriert die Schweiz ihr Engagement vor allem auf die Bereiche gute Regierungsführung, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und Migrationszusammenarbeit. Die Schweiz unterstützt Reformen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Perspektiven und zur Stärkung der politischen Partizipation der Bevölkerung.  

Schwerpunkte der Schweiz in Algerien

Die MENA-Strategie sieht drei Schwerpunkte für das Schweizer Engagement in Algerien vor: Migration und Schutz von Menschen in Not, Digitalisierung und neue Technologien sowie nachhaltige Entwicklung. Auf dieser Grundlage werden spezifische Prioritäten und Projekte beschlossen.  

Migration und Schutz von Menschen in Not

Im Rahmen des regelmässigen Migrationsdialogs strebt die Schweiz eine konsequente Umsetzung des mit Algerien unterzeichneten Abkommens an. Gleichzeitig fördert sie mit Projekten vor Ort eine bessere Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt.

Digitalisierung und neue Technologien

Gemeinsam mit der algerischen Regierung und im Rahmen der IZA-Projekte evaluiert die Schweiz, in welchen Bereichen (Digitalisierung, Innovation oder duale Berufsbildung) sie deren Reformbemühungen unterstützen kann.

Nachhaltige Entwicklung

Die Schweiz nutzt die komplementären Rollen Algeriens für trilaterale Projekte der Süd-Süd-Zusammenarbeit mit Ländern im Sahel zu Themen wie Migration, Friedensförderung oder Sicherheit.

MENA-Strategie

Datenbank Staatsverträge

Andere Bereiche der Zusammenarbeit

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Im Jahr 2020 importierte die Schweiz Produkte im Wert von 68 Millionen CHF aus Algerien und exportierte Waren im Wert von 274 Millionen CHF. Das gesamte Handelsvolumen belief sich auf 342 Millionen CHF.

Das bilaterale Abkommen über den Investitionsschutz und das Doppelbesteuerungsabkommen tragen zur Verbesserung der Rechtssicherheit bei, was die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern anbelangt.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Handelsstatistik, Eidgenössische Zollverwaltung EZV

Kulturaustausch

Die geografische Nähe und die gemeinsame französische Sprache fördern den kulturellen Austausch zwischen den beiden Ländern. Die Schweiz beteiligt sich regelmässig an den Feierlichkeiten zum Internationalen Tag der Frankophonie und der «Settimana della Lingua Italiana nel Mondo».

Die Schweiz nimmt zudem an verschiedenen Film- und Musikfestivals sowie an der jährlichen Buchmesse in Algier teil.

Schweizerinnen und Schweizer in Algerien

2020 lebten 498 Schweizerinnen und Schweizer in Algerien.