Grundsätzliche Einschätzung
Der persönlichen Sicherheit ist grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Von Reisen in einzelne Landesteile wird abgeraten.
Die instabile Sicherheitslage in der Region hat Auswirkungen vor allem auf den Süden des Landes sowie auf das gesamte Grenzgebiet. In den Grenzgebieten zu den Nachbarländern Tunesien, Libyen, Niger, Mali, Mauretanien sowie in der Nähe der Westsahara besteht ein hohes Anschlags- und Entführungsrisiko. In einem grossen Teil dieses Gebietes sind kriminelle, bewaffnete oder terroristische Gruppen aktiv.
Die algerischen Behörden führen Operationen zur Terrorismusbekämpfung durch; trotzdem besteht das Risiko von Terroranschlägen im ganzen Land. In gewissen Regionen ist die Terrorismusgefahr erhöht (siehe Kapitel Spezifische regionale Risiken). Terroristische Anschläge zielen in erster Linie auf öffentliche Einrichtungen und gegen staatliche Sicherheitskräfte, jedoch können diese auch ausländische Firmen und von ausländischen Staatsangehörigen besuchte Orte treffen. Es besteht die Gefahr, dass ausländische Staatsangehörige Opfer von Einzeltätern werden.
In grossen Teilen der Sahara sind bewaffnete Banden und terroristische Gruppierungen aktiv, die vom Schmuggel und von Entführungen leben. Sie sind gut organisiert, operieren grenzüberschreitend und haben Verbindungen zu lokalen, kriminellen Gruppen.
Das Entführungsrisiko in einzelnen Gebieten ist hoch; ausländische Staatsangehörige können ebenfalls Opfer von Entführungen sein (siehe Kapitel Spezifische regionale Risiken). Auch in den übrigen Gebieten des Landes kann das Entführungsrisiko nicht ausgeschlossen werden.
Beachten Sie zudem die Informationen auf unseren spezifischen Internet-Seiten:
Terrorismus und Entführungen
Entführungsrisiko in der Sahara und Sahelzone
Besonders in den Städten kann es zu Demonstrationen kommen. Gewalttätige Zusammenstösse zwischen Demonstrierenden und den Sicherheitskräften können dabei nicht ausgeschlossen werden. Auch mit Streiks muss gerechnet werden.
Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:
- Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.
- Verfolgen Sie vor und während der Reise die Entwicklung der Sicherheitslage aufmerksam.
- Meiden Sie grosse Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art.
- Lassen Sie Ihre Reise durch eine lokale Vertrauensperson organisieren und begleiten.
- Lassen Sie sich am Flughafen abholen und ins Hotel begleiten.
- Beschränken Sie sich vorzugsweise auf die Agglomerationen und unternehmen Sie Reisen im Landesinneren wenn möglich per Flugzeug. Bei unumgänglichen Überlandfahrten vergewissern Sie sich, dass Ihre lokale Ansprechperson Ihre Reise bei der Polizei angemeldet und sich über die bestmöglichen Sicherheitsvorkehrungen informiert hat.
- Verzichten Sie wegen der erhöhten Unfall- und Überfallgefahr auf nächtliche Überlandfahrten.
Aufgrund der geltenden Bewilligungspflicht für Reisen von ausländischem Botschaftspersonal ausserhalb der Provinz Algier, hat die Schweizerische Botschaft in Algier nur eingeschränkte, – je nach Situation keine unmittelbaren – Möglichkeiten zur Hilfeleistung vor Ort in Notfällen.