Bilaterale Beziehungen Schweiz–Senegal

Die Schweiz und Senegal unterhalten ausgezeichnete bilaterale Beziehungen, die von vielen ähnlichen Interessen geprägt sind. Der Wille der beiden Länder, auf multilateraler Ebene, insbesondere in der UNO und der Internationalen Organisation der Frankophonie, Initiativen zu ergreifen, zeigt das Interesse beider Länder an gemeinsamen Lösungen für bestimmte globale Herausforderungen.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Senegal sind intensiv und vielfältig. Die beiden Länder führen oft hochrangige Treffen durch, wie der offizielle Besuch von Präsident Macky Sall 2017 in der Schweiz verdeutlicht. Ausserdem finden regelmässig politische Konsultationen zur Vertiefung der Zusammenarbeit statt. Gemäss der Subsahara-Afrika-Strategie (2021–2024) des Bundesrates gilt Senegal als «Löwinnenstaat». Dabei handelt es sich um dynamisch wachsende afrikanische Staaten mit hohem wirtschaftlichem Potenzial, insbesondere bezüglich Investitionen und Handel.  Die Schweiz will zudem ihre bestehenden Partnerschaften in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiter ausbauen.

Die Schweiz und Senegal haben Abkommen in den Bereichen Handel, Luftfahrt, Investitionsschutz und technische Zusammenarbeit abgeschlossen. Die aktuell stattfindenden Verhandlungen im Bereich Klimawandel (Art. 6, Übereinkommen von Paris) dürften demnächst abgeschlossen werden. Die Beziehungen im Bereich Migration sind nicht formalisiert, funktionieren jedoch gut.

Sicherheit und Stabilität in Westafrika sind für die Schweiz ein Anliegen. Die Zusammenarbeit mit Senegal im multilateralen Bereich ist, namentlich was die Themen Wasser, Frieden und Sicherheit sowie die Prävention von gewalttätigem Extremismus betrifft, besonders fruchtbar. Der Kampf gegen die Straflosigkeit und die Zusammenarbeit im Internationalen Strafgerichtshof sind ebenfalls wichtige Pfeiler der bilateralen Beziehungen. 

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Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Die Schweiz ist für Senegal der zweitwichtigste Exportpartner nach Mali. Das Handelsvolumen belief sich 2019 auf 618 Millionen CHF, eine Zunahme um 20% im Vergleich zu 2018. Die Exporte aus der Schweiz betrafen hauptsächlich nicht elektrische Geräte, pharmazeutische Produkte, Textilprodukte und Fahrzeuge.

Aktuell sind rund 20 Schweizer Unternehmen in Senegal vertreten. Die Botschaft der Schweiz in Dakar verzeichnet allerdings ein zunehmendes Interesse Schweizer Unternehmen für Investitions- und/oder Exportmöglichkeiten. 

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Der Bund unterstützt Senegal bei der Einführung eines dualen Berufsbildungssystems. Senegalesische Studierende können ausserdem von den MOOC (Massive Open Online Courses) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne profitieren. 2016 waren 4000 Studierende dafür eingeschrieben. Es bestehen zahlreiche Kontakte zwischen Universitäten und Forschungsinstituten der beiden Länder. Mit der Lancierung der Programme «Excellence in Africa» und «African City Lab», die auch der Bund unterstützt, werden sich diese Kontakte weiter sintensivieren.

Forschende und Kulturschaffende aus Senegal können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende SBFI

Schweizerinnen und Schweizer in Senegal

Ende 2019 lebten 378 Schweizerinnen und Schweizer in Senegal und 1469 Senegalesinnen und Senegalesen in der Schweiz.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Bereits 1928 eröffnete die Schweiz in Dakar ein Konsulat. Damals lebten rund 100 Schweizer Staatsangehörige in Senegal. Nach der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 anerkannte die Schweiz den neuen Staat umgehend. Im Jahr darauf nahmen die beiden Länder diplomatische Beziehungen auf. Von 1962 bis 2010 leistete die Schweiz Entwicklungshilfe in Senegal.

Senegal, Historisches Lexikon der Schweiz