Gültig am:
Publiziert am: 10.11.2020

Das Kapitel Aktuelles (Konflikt um Nagorno-Karabakh) ist aktualisiert worden: Abkommen zur Beendigung der Kampfhandlungen.


Reisehinweise für Aserbaidschan

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

NEUES CORONAVIRUS (COVID-19):

Der Bundesrat empfiehlt, weiterhin wenn möglich auf nicht dringliche Auslandreisen zu verzichten.

Beachten Sie den Fokus neues Coronavirus (Covid-19)

SCHWEIZ
Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat verfügt, dass Personen, die aus Staaten und Gebieten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in die Schweiz einreisen, für zehn Tage in die Quarantäne müssen. Beachten Sie die Liste des BAG, die regelmässig angepasst wird. 
BAG: Quarantänepflicht für Einreisende in die Schweiz

AUSLAND
Noch bestehen zahlreiche Einreisebeschränkungen (Einreiseverbot, Quarantäne, Gesundheitsnachweis etc.). Auch innerhalb der einzelnen Staaten gibt es Massnahmen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, z.B. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit.

Erkundigen Sie sich vor Auslandreisen bei den ausländischen Vertretungen in der Schweiz (Botschaften und Konsulate) über die aktuell gültigen Transit – und Einreisevorschriften und anderen Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuen Coronavirus. Befolgen Sie vor Ort die Anweisungen der lokalen Behörden.
ausländische Vertretungen in der Schweiz

Aktuelles

Konflikt um Nagorno-Karabakh

Am 10. November 2020 ist ein Abkommen zur Beendigung der Kampfhandlungen in Kraft getreten, das von Aserbaidschan, Armenien und Russland unterzeichnet wurde. Es wird sich zeigen müssen, inwieweit sich das Abkommen auf die Sicherheitslage auswirkt.

Die Kampfhandlungen hatten im September 2020 begonnen und konzentrierten sich hauptsächlich auf Nagorno-Karabakh und die umliegenden Gebiete. Sie forderten regelmässig Todesopfer und Verletzte auf beiden Seiten, auch unter der Zivilbevölkerung. Auch Orte ausserhalb Nagorno-Karabakh und der angrenzenden Regionen wurden von Raketen getroffen. Weitere Ereignisse dieser Art sind möglich.

Die aserbaidschanische Regierung hat am 28. September 2020 das Kriegsrecht im ganzen Land eingeführt. Das Kriegsrecht berechtigt die Regierung im Prinzip, verschiedene Einschränkungen gegen Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Bewegungsfreiheit zu verfügen.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in Aserbaidschan in den Medien, bei den lokalen Behörden, bei Ihren Bekannten, Geschäftspartnern oder beim Hotelpersonal über die Entwicklung der Situation und mögliche Ausgangssperren. Meiden Sie Kundgebungen und Versammlungen jeder Art. Halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren). Es wird abgeraten von Reisen nach Nagorno-Karabakh sowie in die umliegenden besetzten Gebiete und allgemein ins armenisch-aserbaidschanische Grenzgebiet.


Neues Coronavirus (COVID-19)

Beachten Sie die Informationen und Empfehlungen im Fokus «neues Coronavirus (COVID-19)» und des Bundesamtes für Gesundheit BAG.
Fokus neues Coronavirus (COVID-19)
BAG: Coronavirus

Um die Verbreitung des neuen Coronavirus (COVID-19) einzudämmen, verfügen zahlreiche Staaten Einreise- und Ausreiserestriktionen sowie Reisebeschränkungen innerhalb des Landes. Die Vorschriften ändern laufend.

Für die aktuell gültigen Vorschriften in Aserbaidschan, beachten Sie die Informationen der zuständigen aserbaidschanischen Behörden und wenden Sie sich bei Fragen an die Botschaft von Aserbaidschan in Bern.
Ministry of Foreign Affairs
Botschaft von Aserbaidschan

Auskunft über die Verkehrsverbindungen erteilen die zuständigen Gesellschaften und Reisebüros.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Situation des Landes ist in den letzten beiden Jahrzehnten vom Konflikt um die aserbaidschanische Region Nagorno-Karabakh (mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnt) geprägt worden. Trotz eines seit 1994 geltenden Waffenstillstandes und trotz intensiver Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um eine friedliche Lösung des Konflikts kommt es entlang der armenisch-aserbaidschanischen Grenze und entlang der Waffenstillstandslinie regelmässig zu Zwischenfällen mit Toten und Verletzten. Die Spannungen nehmen periodisch zu, wie im Juli 2020 im nördlichen Grenzgebiet zwischen den beiden Ländern. Nach erneuten gewaltsamen Zusammenstössen, hat die aserbaidschanische Regierung am 28. September 2020 das Kriegsrecht im ganzen Land eingeführt. Das Kriegsrecht berechtigt die Regierung im Prinzip, verschiedene Einschränkungen gegen Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Bewegungsfreiheit zu verfügen.

Im Übrigen ist das Land politisch stabil.

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Aserbaidschan nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Spezifische regionale Risiken

Nagorno-Karabakh, umliegende, besetzte Gebiete und armenisch-aserbaidschanisches Grenzgebiet: Der Konflikt um die aserbaidschanische Region Nagorno-Karabakh sowie sieben angrenzende aserbaidschanische Provinzen bleibt ungelöst. Die Konfliktgebiete sind teilweise stark vermint. Entlang der Kontaktlinie und entlang der armenisch-aserbaidschanischen Staatsgrenze kommt es regelmässig zu Zwischenfällen mit Toten und Verletzten. Die Spannungen nehmen periodisch zu.

Wer ohne Genehmigung der aserbaidschanischen Behörden nach Nagorno-Karabakh einreist, macht sich nach aserbaidschanischem Recht strafbar. Die Schweiz hat nur begrenzte oder je nach Situation gar keine Möglichkeiten zur Hilfe in Notfällen oder zur Unterstützung der Ausreise. Die Grenze zwischen Aserbaidschan und Armenien und zu den besetzten Gebieten ist geschlossen.
Es wird abgeraten von Reisen nach Nagorno-Karabakh sowie in die umliegenden besetzten Gebiete und allgemein ins armenisch-aserbaidschanische Grenzgebiet.

Kriminalität

Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen Kleinkriminalität, zum Beispiel:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände auf sich.
  • Seien Sie nachts nicht alleine unterwegs.

Verkehr und Infrastruktur

Im ganzen Land muss mit Polizei- und Armeekontrollen (Checkpoints) gerechnet werden. In abgelegenen Gebieten ist die Treibstoffversorgung nicht immer gewährleistet. Ausserhalb der Hauptstadt sind die Strassen teilweise in schlechtem Zustand. Das unvorhersehbare und waghalsige Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer erhöht das Unfallrisiko erheblich. Nach Einbruch der Dunkelheit ist vermehrte Vorsicht geboten.

Es kommt vor, dass die Grenzübergänge kurzfristig vorübergehend geschlossen werden, z.B. um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden, direkt bei den Grenzposten oder bei der
Botschaft von Aserbaidschan in Bern

Im Schiffsverkehr auf dem kaspischen Meer zwischen Aserbaidschan und seinen Nachbarländern kommt es häufig zu Verspätungen und Annullierungen. Planen Sie deshalb genügend Zeit und finanzielle Mittel für alternative Reiserouten ein.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Alkohol am Steuer ist verboten (0 Promille!). Es ist ebenfalls untersagt, uniformierte Personen und militärische Einrichtungen zu fotografieren. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen hart bestraft.

Kulturelle Besonderheiten

Die Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum schiitischen Islam. Passen Sie Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an. Übergriffe gegen Personen, die sich in der Öffentlichkeit als homosexuell zu erkennen geben, können vorkommen. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln.

Naturbedingte Risiken

Aserbaidschan liegt in einem Erdbebengebiet. Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein grösseres Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizerische Botschaft in Baku.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in Aserbaidschan prekär und insbesondere ausserhalb der Hauptstadt nicht gewährleistet. Wählen Sie wenn möglich private Krankenhäuser; sie sind in der Regel besser ausgerüstet als die staatlichen Krankenhäuser. Sie verlangen jedoch einen Kostenvorschuss oder eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Ausländer, die sich länger als fünfzehn Tage in Aserbaidschan aufhalten oder erwerbstätig werden, müssen sich bei den aserbaidschanischen Behörden vor Ort registrieren. Erkundigen Sie sich über die genauen Bestimmungen bei der Botschaft von Aserbaidschan in Bern. Fragen Sie im Hotel oder beim Arbeitgeber nach, ob die Registrierung vorgenommen wurde. Eine Nichtregistrierung kann zu Problemen bei der Ausreise führen.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 102

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Baku
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.