Bilaterale Beziehungen

Die Beziehungen der beiden Länder haben sich seit dem Umsturz in Tunesien 2011 intensiviert. Das Land ist ein Partner des Schweizer Nordafrikaprogramms. Im Rahmen dieser Strategie unterstützt die Schweiz den demokratischen Transitionsprozess Tunesiens.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die beiden Länder verbinden ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und ein Investitionsschutzabkommen. In Zusammenhang mit der demokratischen Transition Tunesiens wurden weitere Abkommen unterzeichnet.

Zahlreiche Kulturprojekte und auch Bundesstipendien vertiefen den Austausch zwischen Tunesien und der Schweiz und fördern die bilateralen Beziehungen.

Datenbank Staatsverträge

Friedensförderung und Menschliche Sicherheit

Im Rahmen des Schweizer Nordafrika-Programms arbeitet die Schweiz im Bereich Demokratische Transition und Menschenrechte zu den folgenden Themen:

  • Parlamentsunterstützung und Wahlprozess

  • Unabhängige und professionelle Medienberichterstattung

  • Prävention von Folter und Vergangenheitsbewältigung

  • Reform des Sicherheitssektors sowie Prävention von gewalttätigem Extremismus

Im Bereich Prävention von Folter fördert die Schweiz die Einführung nationaler Präventionsmechanismen sowie die Überwachung von Gefängnissen und Haftzentren seitens der Zivilgesellschaft. Im Bereich der Prävention von gewalttätigem Extremismus unterstützt  die Schweiz das Büro des Hohen Kommissars der UNO  für Menschenrechte und die Entsendung eines internationalen Experten, der den zuständigen tunesischen Behörden in der Erarbeitung eines Aktionsplans im Kampf gegen den Terrorismus beiseite steht. Ausserdem hat die Schweiz in Tunesien ein Projekt lanciert, welches die politische Teilnahme und Einschliessung der Jugend fördert.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Das departementsübergreifende Schweizer Nordafrika-Programm  umfasst drei Bereiche: 

  • Demokratische Prozesse und Menschenrechte

  • Wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung

  • Migration und Schutz 

Nach den Ereignissen im Januar 2011 verstärkte die Schweiz ihr Engagement in Tunesien. Ein Programm zur Unterstützung des Transitionsprozesses wurde mit tunesischen Partnern aufgebaut. Um dieses Programm erfolgreich auszuführen, wurde die Abteilung Internationale Kooperation ins Leben gerufen, die integraler Bestandteil der Schweizer Botschaft in Tunis ist. Die Schweiz konzentriert ihr Engagement zur Förderung der Entwicklung und Bekämpfung der Armut auf benachteiligte Regionen in Tunesien. Die Jugend stellt eine Priorität des schweizerischen Engagements im Land dar.

Die für die Internationale Zusammenarbeit mit Tunesien eingesetzten Mittel beliefen sich 2011–2016 auf rund 96 Millionen CHF.

Internationale Zusammenarbeit

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, SECO

Schweizerinnen und Schweizer in Tunesien

Ende 2016 lebten rund 1548 Schweizer Staatsangehörige in Tunesien.

Kulturaustausch

Die Schweiz und Tunesien pflegen einen regen Kulturaustausch, die gemeinsame französische Sprache ist dabei ein wichtiger Aspekt. So organisiert die Schweiz regelmässig Ausstellungen und Anlässe in Tunesien und unterstützt lokale Kulturprojekte. Zudem nimmt die Schweiz jedes Jahr an den Journées de la Francophonie teil.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Beziehungen mit Tunesien entwickelten sich im 19. Jahrhundert während der französischen Expansion in Nordafrika. 1939 eröffnete die Schweiz in Tunis ein Konsulat. 1956 erlangte Tunesien die Unabhängigkeit. Dieses Jahr kann allgemein als Beginn der bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Tunesien angesehen werden. Unmittelbar danach anerkannte die Schweiz Tunesien als eigenständigen Staat und eröffnete eine Gesandtschaft. Diese wurde 1961 in eine Botschaft umgewandelt.

Tunesien, Historisches Lexikon der Schweiz