Gültig am:
Publiziert am: 02.07.2021

Diese Reisehinweise sind vollständig überarbeitet worden.
Beachten Sie auch den Fokus Coronavirus (Covid-19).


Reisehinweise für Türkei

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Coronavirus (Covid-19):

In allen Regionen der Welt besteht das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Der Bundesrat empfiehlt, auf Reisen in Staaten mit einer besorgniserregenden Virusvariante zu verzichten. Diese Staaten sind auf der Liste der Länder mit besorgniserregender Virusvariante des Bundesamtes für Gesundheit BAG aufgeführt.
BAG: Liste der Länder mit besorgniserregender Virusvariante

Auslandreisen erfordern eine sorgfältige Vorbereitung und ein hohes Mass an Flexibilität. Bedenken Sie namentlich folgende Punkte:

1. Schweiz– Empfehlungen und Informationen des Bundesamtes für Gesundheit BAG: Das BAG bestimmt die grenzsanitarischen Massnahmen für die Einreise in die Schweiz, z.B. Quarantänepflicht.

2. Ausland – Ein- und Ausreisevorschriften: In zahlreichen Ländern bestehen weiterhin Einreiserestriktionen und/oder besondere Bestimmungen für die Ausreise.

3. Ausland – Massnahmen innerhalb eines Landes: In vielen Ländern sind weiterhin diverse Massnahmen zur Eindämmung des Virus in Kraft.

4. Ausland – medizinische Versorgung: Das Coronavirus strapaziert das Gesundheitswesen weltweit.

5. Ausland – Unterstützung seitens EDA: Das EDA unterstützt im Rahmen des konsularischen Schutzes.

6. Internationale Verkehrsverbindungen: Flug- und andere Verkehrsverbindungen sind teilweise noch eingeschränkt.

Beachten Sie den Fokus «Coronavirus (COVID-19).

Aktuelles

Coronavirus (COVID-19)

Beachten Sie die Informationen und Empfehlungen im Fokus «Coronavirus (COVID-19)» und des Bundesamtes für Gesundheit BAG.
Fokus Coronavirus (COVID-19)
BAG: Coronavirus

Um die Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) einzudämmen, verfügen zahlreiche Staaten Einreise- und Ausreiserestriktionen sowie Reisebeschränkungen innerhalb des Landes. Die Vorschriften ändern laufend.

Für die aktuell gültigen Vorschriften in der Türkei, beachten Sie die Informationen der zuständigen türkischen Behörden und wenden Sie sich bei Fragen an die türkische Botschaft in Bern.
Ministry of Health
Türkische Botschaft

Auskunft über die Verkehrsverbindungen erteilen die zuständigen Gesellschaften und Reisebüros.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

In allen grösseren Städten kann es wegen innenpolitischen Spannungen zu Demonstrationen und Ausschreitungen kommen.

Die bewaffneten Konflikte in den Nachbarländern Syrien und Irak können kurzfristig Auswirkungen auf die Sicherheitslage haben, vor allem in den Grenzgebieten.

Im Südosten des Landes finden regelmässig Operationen der türkischen Streitkräfte gegen die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) statt.

Die Sicherheitskräfte verfügen über die Möglichkeit, jederzeit die Bewegungs- und Versammlungsfreiheit einzuschränken sowie kurzfristig lokale Ausgangssperren zu verhängen.

Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen besteht das Risiko von Terroranschlägen jederzeit im ganzen Land, vor allem in den grösseren Städten.

Vor allem in grossen Menschenansammlungen ist erhöhte Wachsamkeit angezeigt, z.B. bei Grossanlässen, in öffentlichen Transportmitteln, in Einkaufsstrassen, Einkaufszentren und auf Märkten, bei touristischen Sehenswürdigkeiten etc. Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Tragen Sie immer Ihren Pass oder Ihre Identitätskarte auf sich, um sich bei Kontrollen ausweisen zu können. Meiden Sie Massenveranstaltungen und Demonstrationen jeder Art. Halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte (Absperrungen, Ausgangssperren etc.) und bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter.

Die türkischen Behörden betrachten türkisch-schweizerische Doppelbürgerinnen und Doppelbürger ausschliesslich als türkische Staatsangehörige und lassen die Gewährung von konsularischem Schutz durch die Schweiz nicht in jedem Fall zu.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Grenze zu Griechenland

Vereinzelte Abschnitte der Grenze zu Griechenland sind noch vermint. In der Regel sind die Minenfelder gekennzeichnet.

Südosten und Osten

Der Konflikt zwischen den türkischen Sicherheitskräften und der PKK dauert an. Bestehende Spannungen werden durch die Lage-Entwicklung in Syrien und Irak beeinflusst. Vereinzelt kommt es zu bewaffneten Zusammenstössen, vor allem in ländlichen Gegenden im Südosten der Türkei. Die türkischen Sicherheitskräfte unterhalten zahlreiche Strassencheckpoints und sperren ihre Operationsgebiete vorgängig weiträumig ab.
Die Anschläge der PKK richten sich hauptsächlich gegen die Sicherheitskräfte, können jedoch auch Zivilpersonen treffen.
Entlang der Grenze im Osten besteht teilweise die Gefahr von Landminen.

Die bewaffneten Konflikte in Syrien und Irak können sich auf die angrenzenden türkischen Gebiete auswirken, zum Beispiel durch vereinzelte Granaten- und Raketenbeschüsse aus dem Kriegsgebiet. Wiederholt sind Anschläge gegen zivile Ziele verübt worden. Das Risiko von Entführungen durch terroristische Gruppierungen aus Syrien kann im Grenzgebiet nicht ausgeschlossen werden.

Von Reisen jeder Art in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak wird abgeraten.

Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in folgende Provinzen wird abgeraten: Hatay, Kilis, Gaziantep, Sanliurfa, Diyarbakir, Bingöl, Mardin, Batman, Bitlis, Siirt, Sirnak, Hakkari, Van, Agri und Igdir. Davon ausgenommen sind die Städte Antakya, Diyarbakir, Gaziantep, Mardin und Sanliurfa unter der Voraussetzung, dass die An- und Abreise mit dem Flugzeug erfolgt.
Falls Sie aus zwingenden Gründen in diese Provinzen reisen müssen, informieren Sie sich vor und während der Reise bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage. Lassen Sie sich von einer lokalen Vertrauensperson begleiten, und befolgen Sie die Anweisungen der Sicherheitskräfte (Sperrzonen meiden, Ausgangssperren befolgen etc.).

In den übrigen Gebieten des Südostens und Ostens, die oben nicht spezifisch erwähnt werden, ist grosse Vorsicht geboten. Reisen Sie nur tagsüber und verzichten Sie auf Fahrten auf ländlichen Strassen. Informieren Sie sich vor und während der Reise bei den lokalen Behörden und Sicherheitskräften über die aktuelle Lage und über militärische Sicherheitszonen. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren) und bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter. Von Wanderungen in diesen Gebieten wird abgeraten.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate liegt auf verhältnismässig tiefem Niveau. Vereinzelt kann es zu Raubüberfällen und Aggressionen kommen, dies gilt insbesondere für die Touristenmetropole Istanbul. Eine besondere Gefährdung besteht jedoch in Flughäfen, Bahnhöfen, U-Bahn-Stationen, Fussgänger-Unterführungen und offenen Märkten.

Homosexualität ist nicht allgemein toleriert. Übergriffe auf Personen, die sich in der Öffentlichkeit als homosexuell zu erkennen geben, kommen vor.

Es werden unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Lassen Sie bei grösseren Menschenansammlungen besondere Vorsicht walten (z.B. auf Märkten, in Bahnhöfen etc.).
  • Schenken Sie bei der Wahl der Unterkunft dem Sicherheitsaspekt besondere Aufmerksamkeit; zu grosse Sparsamkeit kann Ihre Sicherheit beeinträchtigen.
  • Suchen Sie einen bewachten Parkplatz oder einen Campingplatz auf, wenn Sie im Auto übernachten möchten.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) auf sich und deponieren Sie Ihre Wertsachen im Hotelsafe.
  • Lassen Sie Gruppen von Bettlern (meist Frauen mit Kindern) gegenüber Vorsicht walten. Diese halten sich häufig bei Bahnhöfen, an Strassenkreuzungen und in der Umgebung von Touristenattraktionen auf.
  • Teilen Sie Taxis nicht mit Fremden.
  • Wechseln Sie Geld nur bei offiziellen Finanzinstitutionen (Banken und Wechselstuben). Dabei muss ein Pass mit gültigem Visum vorgewiesen werden.

Verkehr und Infrastruktur

Die Türkei verfügt über ein gut ausgebautes Strassennetz. Der Verkehr ist vor allem in den Städten lebhaft und führt oft zu Unfällen. Ein defensiver Fahrstil ist deshalb angebracht. Verzichten Sie auf nächtliche Überlandfahrten.

Es kommt vor, dass die Grenzübergänge kurzfristig vorübergehend geschlossen werden, z.B. um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden, direkt bei den Grenzposten oder bei der
türkischen Botschaft in Bern

Besondere rechtliche Bestimmungen

Zuwiderhandlungen gegen das Verbot der Ausfuhr von Kulturgütern aller Art und auch von geringem Wert (Antiquitäten, alte Gegenstände und Münzen, Fossilien, behauene Steine etc.) werden mit Haftstrafen von bis zehn Jahren bestraft.

Äusserungen oder Handlungen, welche die Einheit des Staates gefährden oder die den Staat, dessen Institutionen, hochrangige Persönlichkeiten oder Symbole in irgendeiner Form beleidigen oder verunglimpfen, sind verboten. Demnach können mit Bussen oder Haftstrafen geahndet werden: Beleidigungen oder Verunglimpfungen des Präsidenten der Republik, der Regierung, des Gründers der modernen Türkei Mustafa Kemal Atatürk, der Polizei, der Armee, der Nationalhymne oder der Religion. Unter diesen Strafbestand können auch regierungskritische Äusserungen im Internet und in den sozialen Medien fallen.

Das Verunstalten der türkischen Flagge oder Banknoten können ebenfalls strafrechtliche Folgen haben.

Wer eine in der Türkei verbotene Organisation in irgendeiner Form unterstützt, macht sich in der Türkei strafbar, selbst wenn diese Unterstützung in einem anderen Land erfolgt.

Es ist verboten, Sicherheitskräfte, militärische Anlagen, oder militärische Sicherheitszonen zu fotografieren.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen hart bestraft (1 bis 20 Jahre Gefängnis).

Fahrzeuglenker, die in einen Verkehrsunfall mit Verletzten oder Todesfolge verwickelt sind, dürfen im Zweifelsfall während der Untersuchung/Verhandlung das Land nicht verlassen.

Auch bei anderen strafrechtlichen Verfahren kann die Polizei unter Umständen die involvierten Personen an der Ausreise hindern, bis die Angelegenheit erledigt ist. Darunter fallen zum Beispiel Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom Juli 2016 oder bei Verdacht auf Verbindungen zu verbotenen Organisationen.

Kulturelle Besonderheiten

Die Türkei ist ein muslimisch geprägtes Land. Abseits der touristischen Badestrände, ist es angezeigt, Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten anzupassen. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Naturbedingte Risiken

Grosse Teile der Türkei liegen in einer Erdbebenzone.

Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein Erdbeben ereignen, befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie das Schweizerische Generalkonsulat in Istanbul.

Medizinische Versorgung

Generell ist die medizinische Versorgung gut. Ausserhalb der Städte ist sie jedoch nur beschränkt gewährleistet. Bei Notfällen sind sämtliche Krankenhäuser gesetzlich verpflichtet, die Patienten notfallmässig zu behandeln. Jedes Spital wird jedoch umgehend Rechnung stellen. Weitergehende Operationen und stationäre Aufenthalte müssen im Voraus bezahlt werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Wehrpflichtige schweizerisch-türkische Doppelbürger sollten sich vor Reisen in die Türkei bei der zuständigen türkischen Vertretung in der Schweiz über ihre Rechte und Pflichten gemäss türkischen Gesetzen erkundigen; sie könnten auch in der Türkei militärdienstpflichtig sein.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 155

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Generalkonsulat in Istanbul
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.