Schweizer Nationalgerichte

Einige typisch schweizerische Gerichte, wie das Fondue und das Raclette, werden eher im Winter gegessen. Andere Nationalgerichte, wie das Müesli, das in der Schweiz Birchermüesli genannt wird, und die Rösti sind das ganze Jahr über beliebt und werden in vielen Variationen zubereitet.

Schweizer Rösti mit Lachs-Filet und Fisch-Röllchen kombiniert.
Die Rösti, eine Art Kartoffelfladen, ist in der ganzen Schweiz beliebt und kann mit fast allen Zutaten kombiniert werden, hier mit zwei Fischsorten. © EDA, Präsenz Schweiz ((Alt Text)) Schweizer Rösti mit Lachs-Filet und Fisch-Röllchen kombiniert.

Käsefondue

Für das Fondue – der Name kommt vom französischen Wort «fondre» (schmelzen) – gibt es viele verschiedene Zubereitungsarten und Käsemischungen. Meistens wird das Käsefondue aus geriebenem Greyerzer-, Vacherin- oder Appenzellerkäse zubereitet. Der Käse wird unter Beigabe von Weisswein geschmolzen. Gegessen wird das Fondue heiss aus einem sogenannten Caquelon, einem nach oben weit geöffnetem Topf, indem an einer langen Gabel Brotstücke in die Käsemasse getunkt werden. Das Caquelon steht dazu auf einem Rechaud, mit dessen mit regulierbarer Flamme der Käse flüssig gehalten wird.

Getrunken wird zum eher schwer verdaulichen Fondue meistens Weisswein oder heisser Tee, auch ein Gläschen Kirschschnaps ist nicht verkehrt. Wem während des Rührens ein Stück Brot in der heissen Käsemasse verloren geht, dem kann von der Tischrunde eine Strafe auferlegt werden. Diese Strafen fallen jedoch meistens glimpflich aus, wenn sie überhaupt verhängt werden, es gibt dafür auch keine festen Regeln. So kann es durchaus vorkommen, dass man des Nachts und mit nackten Füssen durch den Schnee rennen muss.

Rösti

Die Rösti ist eine Art Kartoffelfladen und wird als Hauptgericht oder als Beilage gegessen. Die Kartoffeln werden gekocht, geschält, geraspelt und anschliessend in Butter in der Pfanne zu einem Fladen gebraten. Als Hauptgericht lässt sich die Rösti nach Belieben mit vielen Zutaten garnieren: Spiegelei, Käse, Gemüse, Pilze oder Fleisch. Als Beilage bringt eine Rösti Würste, Geschnetzeltes, Fisch und viele weitere Hauptspeisen ausgezeichnet zur Geltung. Eine Schweizer Erfindung Ende des 19. Jahrhunderts macht die Rösti einzigartig: die Röstiraffel, eine grobe Kartoffelreibe.

Jede Region hat ihre eigenen Rösti-Varianten. Berner Rösti wird mit Käse, Zwiebeln und Speck zubereitet. In Zürich, wo die Rösti ursprünglich herkommt, wird sie aus rohen Kartoffeln hergestellt. Die ursprünglich aus der Deutschschweiz stammende Spezialität ist Namensgeber für den sogenannten Röstigraben geworden, mit dem Unterschiede zwischen der französischen und der deutschen Schweiz hervorgehoben werden. Die Rösti ist inzwischen aber zu einem der bekanntesten Nationalgerichte geworden. 

Raclette

Das Raclette ist ein typisches Gericht aus dem Wallis. Ein halber Käselaib wird an der Schnittfläche erhitzt und der flüssige Käse auf den Teller geschabt. Einfacher lässt sich der Raclettekäse in kleinen Portionen mit einem speziellen Raclette-Ofen schmelzen, der in fast jedem Schweizer Haushalt zu finden ist. Genossen wird das Raclette zusammen mit Kartoffeln, Cornichons und Silberzwiebeln. Zu diesem Gericht wird meist Weisswein getrunken, insbesondere Fendant. 

Birchermüesli

Das Birchermüesli, oft abgekürzt Müesli genannt, ist eine Frühstücks- oder Zwischenmahlzeit, bestehend aus Getreide- (Hafer)flocken, kleingeschnittenen Früchten und Milch. Es gibt unzählige Varianten mit Honig, Joghurt und Nüssen. Das Birchermüesli geht auf eine Erfindung des Schweizer Arztes Max Bircher-Benner Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Die als Rohkost-Ernährung entwickelte Apfeldiätspeise wurde ursprünglich Patienten in Sanatorien als bekömmliches Abendessen serviert. Heutzutage ist das Müesli ein weit verbreiteter Bestandteil der westlichen Frühstückskultur und wird vor allem von Sportlern als Nahrungsergänzung sehr geschätzt.