Die Mekong-Region (Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Laos)

In der Mekong-Region, namentlich in Kambodscha und Laos, fördert die Schweiz den Aufbau inklusiver Gesellschaften, indem sie sich für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung sowie eine demokratische Regierungsführung einsetzt. Mit Aktivitäten in den Bereichen lokale Gouvernanz und Bürgerbeteiligung, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sowie Berufsbildung und Beschäftigung unterstützt sie die ländliche Bevölkerung.

Karte der Region Mekong (Laos, Vietnam, Kambodscha, Myanmar)
© EDA

Trotz des Wirtschaftswachstums seit Anfang der 2000er-Jahre, das in Kambodscha und Laos zu einer Armutsminderung führte, nehmen Ungleichheiten zu, insbesondere in der ländlichen Bevölkerung, die nach wie vor stark von der landwirtschaftlichen Produktion abhängt. Schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen wie Frauen, ethnische Minderheiten und Menschen in abgelegenen Gebieten sind am stärksten betroffen. Die beiden Länder, die noch immer die ärmsten in Südostasien sind, gehen die grossen Herausforderungen an, indem sie die soziale und ökologische Entwicklung stimulieren, die Wirtschaft diversifizieren und den Wohlstand für alle fördern. Obwohl 2015 der Vertrag zur Gründung der Wirtschaftsgemeinschaft des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) in Kraft trat, sind die Entwicklungsunterschiede zwischen den am weitesten entwickelten und den ärmsten Ländern der Region noch immer gross. Damit die ASEAN zu einer homogenen Wirtschaftszone werden kann, gilt es diese Lücken zu schliessen.

Die Schweiz unterhält seit Langem gute Beziehungen zu den Ländern der Region. Im Einklang mit der regionalen Kooperationsstrategie 2018–2021 engagiert sich die Schweiz schwerpunktmässig in Laos und Kambodscha und verfolgt gleichzeitig einen regionalen Ansatz, bei dem gemeinsame Entwicklungsherausforderungen in Zusammenarbeit mit den vor Ort vertretenen Sonderorganisationen angegangen werden. 2016 erlangte die Schweiz den Status als sektorielle Dialogpartnerin der ASEAN, was ihr eine Annäherung an diese Schlüsselorganisation in Südostasien ermöglichte.

Die Schweiz engagiert sich für die Geschlechtergleichstellung, die Beteiligung benachteiligter Gruppen und die Nichtdiskriminierung in ihren Programmen. Zu den wichtigen Themen gehören ausserdem die Anpassung an den Klimawandel und die Risikominderung. Bei den Aktivitäten ist ein konfliktsensitiver Ansatz unerlässlich, namentlich im Hinblick auf die Postkonfliktsituation in Kambodscha.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Einkommen und Ernährungssicherheit der Kleinbauern steigern

Die Schweiz unterstützt Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bei der Diversifizierung ihrer Produktion und beim Zugang zu Agrarland, Wäldern und Produktionsmitteln. Dank besserer Beratung, gerechterer Wertschöpfungsketten und leichterem Marktzugang können die Bauernfamilien ihr Einkommen steigern.

Im Rahmen eines Programms zur Förderung der Absatzmöglichkeiten von Gemüse im Privatsektor konnten in Kambodscha 6000 Betriebe, die mehrheitlich von Frauen geführt werden, ihre Produktion und ihr Einkommen steigern. In den Hochebenen im Norden von Laos profitierten 250’000 Haushalte von Projekten, die die DEZA in ländlichen Gebieten mit hoher Armutsquote durchführte. Die DEZA hat dort ein Programm lanciert, das zur Reduktion der hohen Anzahl mangelernährter Kinder unter fünf Jahren (44%) beiträgt.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Regierungsführung und Bürgerbeteiligung

Dezentralisierung und Kapazitätsaufbau

Die Schweiz fördert die Mitsprache der Bürgerinnen und Bürger in der Politik und bei den staatlichen Investitionen und unterstützt sie bei der Einforderung der Rechenschaftslegung seitens der öffentlichen Verwaltung. Die Bevölkerung benötigt Sozialdienste von hoher Qualität, namentlich besonders gefährdete Gruppen wie Frauen und ethnische Minderheiten. In Kambodscha unterstützte die DEZA ein Dezentralisierungsprogramm, das zur Stärkung der Regierungsstrukturen auf lokaler Ebene beitrug. Der Zugang zu kommunalen Sozialdienstleistungen führt in allen 25 Provinzen und 197 Bezirken zu mehr Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger. Die Schweiz beteiligt sich ausserdem an der Finanzierung der Kantha-Bopha-Spitäler, in denen rund 70% der Kinder des Landes behandelt werden. In Laos haben rund eine Million Menschen, darunter 75% Angehörige einer ethnischen Minderheit und über 50% Frauen, vom Beitrag der Schweiz an den Fonds der Weltbank zur Armutsreduktion profitiert. Mit den Mitteln des Fonds wurden über 2270 Infrastrukturbauten errichtet, darunter Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Wasserversorgungssysteme.

Wirtschafts- und Staatsreformen

Berufsbildung und Beschäftigung

Besserer Zugang zur Beschäftigung

Die Schweiz entwickelt Projekte zur Kompetenzentwicklung und für einen besseren Zugang zur Beschäftigung für die ländliche Bevölkerung. In Kambodscha unterstützt die Schweiz das Gemeinsame Jugendbeschäftigungsprogramm der UNO. In drei ausgewählten Provinzen fördert sie in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor die Ausbildung von 5400 Lernenden in den Bereichen Mechanik, Bauwesen und Tourismus. In Laos absolvierten zwischen 2013 und 2017 über 2500 junge Menschen Kurse in Schreinern, Nähen, Kochen, Mechanik, Elektrotechnik und Landwirtschaft, um ihre Beschäftigungschancen und ihr Einkommen zu erhöhen.

Grundbildung und Berufsbildung

Regionale Aktivitäten

Zur Bewältigung der grenzüberschreitenden Herausforderungen arbeitet die Schweiz mit regionalen Organisationen in den Bereichen Wassermanagement (Mekong River Commission), Zugang zu Agrarland und Wäldern (RECOFTC) sowie Kompetenzentwicklung für Wanderarbeitnehmende (PROMISE) zusammen.

Partner

  • Schweizer Partner: Helvetas Intercooperation, Swisscontact, Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern, Stiftung Kantha Bopha,
  • Ministerien sowie Provinz- und Bezirksbehörden
  • Lokale und internationale NGO: WWF, PIC, GIZ, SNV Netherlands Development Organisation
  • Regionale Partner: Internationale Organisation für Migration, The Center for People and Forests, Mekong River Commission, Land Equity International
  • Bilaterale Geber: z. B. Deutschland, nordische Staaten, EU
  • Multilaterale Organisationen: z. B. Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank, Internationale Arbeitsorganisation