Bessere Ausbildung erleichtert die berufliche Eingliederung von Jugendlichen im ländlichen Raum


Drei junge Nigrer auf einer Plantage.
Das Berufsbildungs- und Eingliederungsangebot für Jugendliche in den ländlichen Gebieten des Niger verbindet theoretisches und praktisches Lernen. © DEZA

Die DEZA engagiert sich für die Verbesserung des Grund- und Berufsbildungssystems im Niger. Über 1,5 Millionen Jugendliche in ländlichen Gebieten sind heute davon ausgeschlossen. Ob sie künftig auf dem Arbeitsmarkt Fuss fassen können, hängt von der erfolgreichen Verbindung einer qualitativ hochstehenden Grundbildung und eines auf den Bedarf der Bevölkerung abgestimmten Berufsbildungsangebots ab.

Land/Region Thema Periode Budget
Niger
Dosso und Maradi
Berufsbildung
Beschäftigung & Wirtschaftsentwicklung
Bildung
Berufsbildung
Schaffung von Arbeitsplätzen
Grundbildung
01.01.2017 - 31.12.2021
CHF 14'500'000

Im Niger ist die Hälfte der Bevölkerung jünger als 15 Jahre. Diese «Jugendlichkeit» – auf den ersten Blick ein Vorteil – stellt das Land vor die Herausforderung, bei einem Bevölkerungswachstum von 3,9% allen Bürgerinnen und Bürgern eine hochwertige Grundbildung anzubieten. Zudem benötigen über 1,5 Millionen Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren eine Berufsbildung. Nur 1% der Nachfrage ist gedeckt.

Zur Unterstützung der nigrischen Behörden lancierte die DEZA 2011 ein Programm zur Förderung der Berufsbildung in den ländlichen Gegenden des Niger. Ziel war es, zum Aufbau eines bürgernahen Grundbildungs-, Berufsbildungs- und Eingliederungssystems beizutragen. Um den Bedarf der Jugendlichen und des lokalen Arbeitsmarkts bestmöglich zu decken, spielen die Gemeinschaften und die staatlichen Stellen als Partner eine Schlüsselrolle.

Stärkung der bestehenden Ausbildungsstrukturen

Dank der DEZA wurden in den ländlichen Gegenden von Dosso und Maradi im Süden des Niger mehrere Ausbildungszentren initiiert und/oder verstärkt. Dazu gehören die «sites intégrés de formation agricole» (integrierte landwirtschaftliche Ausbildungsstätten) mit praxisbezogenem Unterricht zu Themen wie Landwirtschaft, Viehzucht, Gemüseanbau und Landwirtschaftsmaschinen. In den «centres de formation en développement communautaire» (Ausbildungszentren für gemeinschaftliche Entwicklung) erhalten Jugendliche eine Ausbildung in den Bereichen Maschinenbau, Schreinern, Schneidern oder Kochen.. In beiden Fällen finanziert die DEZA die Ausbildung der Lehrpersonen, Infrastrukturen, die Ausstattung und die Erarbeitung von neuen Lehrplänen.

Seit 2013 haben 15’000 junge Frauen und Männer in den neuen Ausbildungszentren eine Ausbildung begonnen. Dort erwerben sie das grundlegende Rüstzeug und die notwendigen Kompetenzen, um einen Beruf auszuüben.

Duales Berufsbildungssystem

Zudem förderte die DEZA ein innovatives duales Berufsbildungssystem, das von mehreren lokalen Handwerkervereinigungen aufgebaut wurde. Konkret lernen die Jugendlichen in einem Ausbildungszentrum und arbeiten gleichzeitig in einem Betrieb oder einer Werkstätte – ähnlich wie Lernende in der Schweiz. Mit diesem Modell können die Lernenden Theorie und Praxis kombinieren. Die Ausbildung wird in den Lokalsprachen vermittelt, um möglichst viele Jugendliche einzubeziehen. Die Lernenden können sich so Grundkenntnisse aneignen und Alphabetisierungskurse besuchen.

Die ausgewogene Kombination von Grund- und Berufsbildung fördert die Eingliederung der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt. In diesem Sinne unterstützt die DEZA auch einen mobilen Service, der Informations- und Berufsberatungsplattformen in allen Regionen des Niger anbietet. Dabei geht es darum, die Jugendlichen bei der Verwirklichung ihrer Berufspläne zu beraten und zu begleiten.

Pilotversuche flächendeckend einführen

Das Engagement der DEZA im Niger ist langfristig angelegt. Seit 2011 wurde viel Energie in die Abklärung und Festigung von Rollen und Verantwortlichkeiten der öffentlichen und privaten Träger der Berufsbildung investiert. Die ersten Erfahrungen in den Regionen Dosso und Maradi sollten dazu führen, dass das von der DEZA unterstützte Berufsbildungssystem schrittweise überall eingeführt wird.

Bis 2020 sollen 43‘000 junge Menschen davon profitieren. Gleichzeitig ist geplant, dass sich die nationalen Bildungs- und Berufsbildungsinstanzen stärker für diese verschiedenen Bildungssysteme engagieren.