Gesundheit – Ebenso Menschenrecht wie Voraussetzung für Entwicklung

Gesundheit ist ein Menschenrecht, das für mehr als eine Milliarde Menschen nicht gewährleistet ist. Die gegenwärtig herrschenden Ungleichheiten im Bereich der Gesundheit hemmen soziale, wirtschaftliche und nachhaltige Entwicklung. Die DEZA engagiert sich daher für die Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Menschen in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens. Dazu setzt sie, wo immer möglich, Schweizer Expertise für den Auf- und Ausbau einer qualitativ guten und effizienten Gesundheitsversorgung ein.

Fokus der DEZA

Die Schweiz erachtet die Grundversorgung mit Gesundheitsdiensten als eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Ausserdem erachtet sie die Diskrepanz in der Gesundheitsversorgung als inakzeptable Verletzung der grundlegenden Menschenrechte. Die Unterstützung der DEZA für eine bessere Gesundheit konzentriert sich deshalb auf die Bedürfnisse der Ärmsten.

Die Gesundheit der Ärmsten zu verbessern steht in direktem Zusammenhang mit der global geltenden Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Mit dem Ziel 3 dieser Agenda versprach die internationale Staatengemeinschaft, damit auch die Schweiz, für alle Menschen ein gesundes Leben zu gewährleitesten und deren Wohlergehen weltweit zu fördern. Dabei kommt dem Gesundheitswesen eine Schlüsselrolle zu. Um soziale Ungleichheiten abzubauen und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, ist der Zugang zu einem funktionsfähigen, umfassenden Gesundheitssystem unerlässlich. Aus diesem Grund setzt die DEZA im Gesundheitsbereich den Schwerpunkt auf gute Regierungsführung, die Stärkung der Rolle und der Eigenverantwortung von Gemeinschaften und Dienstleistungsnutzern sowie die Schaffung leistungsfähiger Strukturen:

  • Stärkung der Gesundheitssysteme mit dem Ziel einer Gesundheitsversorgung für alle
  • Eindämmung übertragbarer und nicht-übertragbarer Krankheiten
  • Verbesserung der sexuellen und reproduktiven sowie Mutter- und Kindsgesundheit
  • Einbezug der HIV/AIDS-Bekämpfung in Bereichen der internationalen Zusammenarbeit ausserhalb der Gesundheit

Hintergrund

Die Gesundheitsversorgung ist sowohl Aufgabe von Regierungen wie auch von betroffenen Gemeinschaften. Die Stärkung der guten Regierungsführung trägt wesentlich dazu bei, dass vorhandene Ressourcen effizient und den gesundheitlichen Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechend eingesetzt werden.

Die Schweiz verfügt über ein grosses Knowhow im Gesundheitsbereich, welches für Partnerländer beim Auf- und Ausbau ihrer Gesundheitsversorgung bedeutend ist. Dies macht die DEZA durch ihre strategischen Partnerschaften mit Schweizer NGOs, Forschungseinrichtungen und dem Privatsektor Wissen, Produkte und Dienstleistungen gezielt für Partnerländer nutzbar. Sie fördert lokal angepasste innovative Lösungsansätze sowie nachhaltige Verhaltensweisen, die zu gesundheitlichen Verbesserungen in den Partnerländern führen.

Grosse Fortschritte in diesem Bereich dürfen jedoch nicht über weiterhin bestehende Herausforderungen hinwegtäuschen. Es leben zwar weniger Menschen in absoluter Armut, aber die Kluft zwischen dem gesundheitlichen Zustand der Armen und der Reichen wächst. Für fast eine Milliarde Menschen, darunter die Ärmsten der Armen, sind Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen, genügend und ausgewogener Nahrung, sowie zu Gesundheitsversorgung noch immer nicht Realität geworden.

Dokumente

Aktuelle Projekte

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Bosnien und Herzegowina: Bessere Gesundheitsversorgung dank verbesserter Pflege

 Eine Pflegefachfrau sitzt in einem Behandlungszimmer.

01.12.2017 - 30.11.2021

In Bosnien und Herzegowina bilden die Pflegefachpersonen die grösste Berufsgruppe des Gesundheitswesens. Trotz ihrer Nähe zur lokalen Bevölkerung wird ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Sie erfüllen häufig administrative statt pflegerische Aufgaben und haben kaum Aufstiegsmöglichkeiten. Deshalb zieht es sie häufig nach Westeuropa, wo die Arbeitsbedingungen besser sind. Gerade mit der Förderung der Pflege könnte der Zugang von Menschen in ländlichen Gebieten und von benachteiligten Bevölkerungsgruppen zur Gesundheitsversorgung verbessert werden.

Land/Region Thema Periode Budget
Bosnien und Herzegowina
Gesundheit
Bildung
Stärkung der Gesundheitssysteme
Primäre Gesundheitsversorgung
Bildungseinrichtungen und Ausbildung

01.12.2017 - 30.11.2021


CHF 5'125'000



Wirksames Management und Prävention nicht übertragbarer Krankheiten

Eine Ärztin misst bei einer Patientin den Blutdruck.

01.01.2017 - 31.12.2021

Nichtübertragbare Krankheiten (Non-Communicable Diseases, NCD) sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit die Todesursache Nummer eins. Im internationalen Durchschnitt sind 60% der Todesfälle auf NCD zurückzuführen.  In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist der Anteil oft viel grösser. So auch in Kirgisistan, wo Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes für 80% der Todesfälle verantwortlich sind.

Land/Region Thema Periode Budget
Kirgisistan
Gesundheit
Primäre Gesundheitsversorgung
Stärkung der Gesundheitssysteme

01.01.2017 - 31.12.2021


CHF 4'810'000



Libanon: Bildung und Gesundheitsversorgung in einem Stadtteil, in dem Libanesen, Syrer und Palästinenser zusammenleben

Klassenzimmer mit einer Lehrerin, die vor einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern sitzt und ein Buch zeigt.

01.08.2016 - 31.12.2020

Die Menschen im Stadtteil Hay Al-Gharbeh im Süden Beiruts leben unter sehr prekären Umständen. Seit 2012 leben dort auch syrische Flüchtlinge. Die DEZA unterstützt die libanesische NGO Tahaddi, die mit ihrem Leistungsangebot die Lebensbedingungen der Bevölkerung dieses Vororts erheblich verbessert. Das Tahaddi-Bildungszentrum beispielsweise ermöglicht es zahlreichen Kindern, die Schule (wieder) zu besuchen und dem Elend zu entfliehen. 

Land/Region Thema Periode Budget
Libanon
Bildung
Gesundheit
Grundbildung
Primäre Gesundheitsversorgung
Medizinische Dienstleistungen

01.08.2016 - 31.12.2020


CHF 1'270'000



Gesunde Menschen und Tiere in Äthiopien dank interdisziplinärem Projekt: Jigjiga University One Health Inititiave

Ein afrikanischer Bauer pflügt mit seinem Vieh das Feld.

01.01.2015 - 31.12.2020

Ein Zehntel der Bevölkerung Äthiopiens sind nomadische Viehhaltergemeinschaften, die kaum Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen haben. Im Rahmen des Projekts Jigjiga University One Health Inititiave unterstützt die DEZA den Aufbau der lokalen Gesundheitsversorgung durch ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum an der Universität Jigjiga im Osten Äthiopiens.

Land/Region Thema Periode Budget
Äthiopien
Gesundheit
Stärkung der Gesundheitssysteme
Primäre Gesundheitsversorgung

01.01.2015 - 31.12.2020


CHF 2'100'000



Swiss Malaria Group

01.01.2024 - 31.12.2025

Founded in 2007 as an informal network, the Swiss Malaria Group (SMG) has undergone organisational development leading to a formalized multi-stakeholder group with a strategic focus on raising awareness about malaria and the comparative advantage of Switzerland to defeat the disease. Organised as an association, with an Executive Secretariat hosted by Medicus Mundi Switzerland, the 15 organisations help accelerating malaria elimination, through innovative control measures, knowledge and financial flows.


Intégration de la santé mentale dans les soins de santé primaire au Burundi

01.01.2024 - 31.12.2031

L’intégration de la santé mentale dans les services de santé primaire du Burundi vise à renforcer le système de prise en charge des personnes atteintes de maladies mentales post traumatiques. La Suisse est un partenaire important du Burundi qui a un intérêt à contribuer à mettre fin au cycle de violences qui trouvent leur origine en partie dans des traumatismes vécus mais non traités. Le programme appuie les institutions nationales concernées, le système de formation spécialisée et vise l’amélioration du cadre législatif en santé mentale.



Innovations for efficient quality health systems

01.11.2020 - 31.12.2026

Despite enormous progress in access to healthcare in low and middle-income countries, nearly 9 million people still die every year in these countries because of poor quality of care. SDC supports the establishment of a global design lab for the development of innovative tools to enhance quality measurements that form the base for cost-effective investments into quality improvements. The lab will benefit from Swiss research knowhow.


Global co-operative movement for health

01.06.2020 - 31.12.2026

Many low- and middle-income countries strive to extend access to essential health services to the entire population. The private co-operative movement has potential to complement government efforts by providing efficient low-cost services for rural populations and informal sector workers. Following the principle of subsidiarity, SDC help the movements’ efforts establish a global platform for capacity strengthening of co-operatives.


ESTHER Switzerland (Ensemble pour une Solidarité Thérapeutique Hospitalière En Réseau)

01.12.2019 - 30.11.2024

ESTHER Switzerland provides a mechanism for systematic mobilisation and use of Swiss healthcare expertise to strengthen human resource capacities for health and consequently the quality of service delivery in low and middle-income countries. ESTHER promotes institutional partnerships between Swiss hospitals or research entities with institutions of the same kind in partner countries so as to address priority needs in terms of service delivery.


Dynamic electronic decision trees for managing childhood illness (DYNAMIC)

15.11.2019 - 31.12.2022

Every year, more than five million children die before the age of five due to preventable or treatable causes, most of them in developing countries. New technologies combined with rapid tests can improve diagnosis and management of sick children and reduce health costs. This collaborative research project makes use of Switzerland’s knowledge in digital technologies to improve the health of children and reduce unnecessary antibiotic prescriptions in low resource settings.


Improving Access to Essential Medicines and Basic Technologies for Non-communicable Diseases

01.11.2019 - 31.12.2031

Access to medicines and technologies for non-communicable diseases is poor in low and middle-income countries. Building on the Swiss comparative advantage (broader access engagement as a country with a big pharma sector), the program addresses all components of the comprehensive framework for access to drugs, ranging from research and innovation to dispensing and use. It will also set up a dedicated global collaborative network for advocacy, information and innovation.

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