Religion, Politik, Konflikte

Eine junge Demonstrantin fordert bei Protesten in New York im April 2011 Toleranz für alle Religionen.
Protest für mehr Toleranz für alle Religionen und ein friedliches Zusammenleben. © AFP

Die Schweiz schenkt in ihrer Friedenspolitik dem Themenbereich Religion, Politik, Konflikte besondere Beachtung. Denn: Über 80 Prozent der Menschen weltweit identifizieren sich mit einer Religion, die viele Aspekte des persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens prägt. Das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Weltanschauungen und Religionen kann Spannungen schüren und in Konflikten eine entscheidende Rolle spielen.

Die Zahl der bewaffneten Auseinandersetzungen, bei denen Religion eine Rolle spielt, hat sich in den letzten 40 Jahren praktisch verdoppelt – von einem Drittel 1975 bis zu fast zwei Dritteln 2015. Die Gründe dafür liegen nicht in erster Linie bei der Religion an und für sich, sondern im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Weltbilder. Deshalb bemüht sich die Schweiz, dialogbereite, politisch aktive Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen in ihr Friedensengagement einzubinden.

Dabei werden insbesondere einflussreiche Personen, die von Amts wegen oder faktisch politische Verantwortung tragen, in die Suche nach Konfliktlösungen miteinbezogen. Nicht Weltbilder und Prinzipien werden diskutiert, sondern konkrete, praktische Lösungen für ein friedliches Zusammenleben – unabhängig von Religion und Weltbild. Gegensätzliche Weltanschauungen sollen sich nicht a priori annähern. Konkrete Zusammenarbeit soll Vertrauen zwischen oder innerhalb von Gruppen schaffen und fördern.

Projekte

Die Schweiz arbeitet bei ihren friedenspolitischen Projekten im Themenbereich Religion, Politik, Konflikte eng mit universitären Institutionen, Stiftungen, religiösen Gemeinschaften und der Zivilgesellschaft zusammen.

Ausbildungsangebot

Der Arbeitsbereich «Religion, Politik, Konflikte» der Abteilung Menschliche Sicherheit im EDA bietet in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Sicherheitsstudien der ETH Zürich, CSS, jährlich einen Kurs zum Thema «Religion und Mediation» an. Partner sind das finnische Aussenministerium sowie das Netzwerk für religiöse und traditionelle Friedensvermittlung (Network for Religious and Traditional Peacemakers). Der fünftägige Kurs richtet sich an Personen, die in der Friedensförderung und Vermittlung in religiös geprägten Konflikten arbeiten. Seit 2015 bietet das EDA auf Anfrage der UNO diesen Kurs auch für UNO-Mitarbeitende in New York an.

Training in Religion und Mediation (PDF, 544.1 kB, Englisch)

Netzwerk für religiöse und traditionelle Friedensvermittlung (en)