Eidgenössisches Departement für
auswärtige Angelegenheiten EDA

Heuschreckenplage in Ostafrika; Schweiz spendet eine Million Franken

Ostafrika erlebt die schlimmste Invasion von Wüstenheuschrecken seit Jahrzehnten. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) überweist der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) eine Million CHF, um die Ausbreitung des zerstörerischen Insekts zu bekämpfen und betroffene Familien zu unterstützen. Je nach Entwicklung der Lage wird sie in ihren Partnerländern weitere Mittel zur Verfügung stellen.

Eine Bäuerin im Dorf Katitika, Kenia, geht durch einen Heuschreckenschwarm, der ihre Ernte frisst.

Eine Bäuerin im Dorf Katitika, Kenia, geht durch einen Heuschreckenschwarm, der ihre Ernte frisst. © Keystone

In Kenia, Äthiopien, Somalia und nun auch in Uganda und im Südsudan fressen Milliarden von Heuschrecken ganze Landstriche kahl. Es droht eine Hungersnot. Gemäss den jüngsten Meldungen der FAO ist die derzeitige Plage eine beispiellose Bedrohung für die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia und Somalia. Die FAO richtete daher einen dringenden Hilfsappell an die Weltgemeinschaft. Die Schweiz sagte einen Beitrag von einer Million CHF zu.

«Bereits in der Vergangenheit haben wir Nothilfegelder für die Folgen von Dürren und Überschwemmungen am Horn von Afrika bereitgestellt. Eine Heuschreckeninvasion hat ebenso verheerende Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit der Bevölkerung, die hilflos zusehen muss, wie ihre Ernten vernichtet werden», sagt Manuel Bessler, Delegierter für humanitäre Hilfe des EDA.

Gefrässiges Insekt, das in kurzer Zeit grosse Distanzen zurücklegt

Die Volkswirtschaften der betroffenen Länder sind stark von der Landwirtschaft abhängig. Diese macht am Horn von Afrika rund 35% und in Uganda über 22% des BIP aus. Die gefrässige Wüstenheuschrecke frisst Zehntausende von Hektaren Kaffeeplantagen, Getreidefelder und Weideflächen Tausender lokaler Hirten und Bauern kahl.

Die Grösse der Wüstenheuschrecke – bis 9 Zentimeter – lässt nicht auf ihren Appetit schliessen. Da sich die Insekten zu riesigen Schwärmen zusammenschliessen, können sie ganze Landstriche verwüsten. Gemäss der FAO frisst ein Schwarm von 200 Milliarden Heuschrecken ganze 400’000 Tonnen pro Tag. Dies entspricht der jährlichen Gemüseproduktion der Schweiz. Auf der Suche nach Nahrung legen Heuschrecken bis zu 150 Kilometer pro Tag zurück. Nach Angaben der FAO könnte ihre Zahl bis Juni um das 500-fache ansteigen, falls die Invasion nicht rasch gestoppt wird.

Beitrag der Schweiz nach dem internationalen Hilfsappell

Nach Schätzungen der FAO werden 76 Millionen USD benötigt, um die Verbreitung des Schädlings rasch zu stoppen und den betroffenen Familien Nothilfe zu leisten.

David Beasley, Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms (WFP), unterstrich erneut die Dringlichkeit der Lage. Er erklärte, falls nicht sofort gehandelt werde, würden 15-mal mehr Mittel benötigt, um den Betroffenen zu helfen, da sich das Problem laufend verschärfe.

Nahaufnahme einer Wüstenheuschrecke.
Nahaufnahme einer Wüstenheuschrecke. © FAO

Die Schweiz stellt über ihre internationale Hilfe eine Million CHF zur Verfügung. Die DEZA wird die Bereitstellung zusätzlicher Mittel in ihren Einsatzländern prüfen, falls die Krise andauert und deren Auswirkungen es erfordern.

Die Beiträge der Weltgemeinschaft werden zur verstärkten Bekämpfung des zerstörerischen Schädlings, zur finanziellen Unterstützung der betroffenen Familien und für den Wiederanbau der Kulturen verwendet.

Die Ernährungssicherheit der Bevölkerung Somalias, Äthiopiens und Nordkenias ist seit 2013 eine Priorität der Schweizer Entwicklungshilfe.

Milliarden Heuschrecken überziehen Ostafrika. © FAO
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