Tragödie in Crans-Montana

In der Silvesternacht auf den 1. Januar 2026 kam es in Crans-Montana zu einem verheerenden Brand in einer Bar. Bislang ist bekannt, dass 40 Menschen starben und 116 verletzt wurden, viele davon schwer. Unter den Opfern befinden sich zahlreiche ausländische Personen. Deswegen steht das EDA mit den betroffenen Staaten in Kontakt.

05.01.2026
EDA
Blumen, die im Rahmen der Trauer zum Gedenken der Opfer in Crans Montana aufgestellt wurden.

Nach dem verheerenden Brand in einer Bar in Crans-Montana in der Silvesternacht steht das EDA wegen ausländischer Opfer in Kontakt mit den betroffenen Staaten. © Keystone

05. Januar 2026 – Update zur Lage

Fünf Tage nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana haben die ermittelnden Behörden bestätigt, dass bislang 40 Menschen ihr Leben verloren haben. 116 Personen wurden verletzt. Inzwischen konnten sämtliche Todesopfer sowie alle Verletzten identifiziert werden. 83 verletzte Personen sind derzeit noch hospitalisiert.

Überblick über die Todesopfer

Gemäss der Walliser Kantonspolizei können folgende Angaben zu den Todesopfern gemacht werden (Stand 5. Januar 2026):

Es handelt sich um 21 Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft, eine Person mit schweiz-französischer Doppelbürgerschaft, sieben Personen aus Frankreich, sechs Personen aus Italien, je eine Person aus Rumanien, der Türkei, Portugal und Belgien sowie eine Person mit einer Drefachstaatsbürgerschaft (Frankreich/Israel/Grossbritannien).

Die Kantonspolizei Wallis hat diese Zahlen in vier Schritten kommuniziert:

Überblick über die Verletzten

Gemäss der Walliser Kantonspolizei können folgende Angaben zu den Verletzten gemacht werden (Stand 5. Januar 2026):

Bei den Verletzten handelt es sich um 68 Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft, 21 Personen mit französischer Staatsbürgerschaft, zehn Personen aus Italien, vier aus Serbien, zwei aus Polen, je eine Person aus Belgien, Portugal, der Tschechischen Republik, Australien, Bosnien und Herzegowina, der Demokratischen Republik Kongo, Luxemburg sowie vier Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit (Frankreich/Finnland – Schweiz/Belgien – Frankreich/Italien – Italien/Philippinen).

Die Kantonspolizei Wallis hat diese Zahlen am 5. Januar kommuniziert.

Offizielle Gedenkzeremonie zu Ehren der Opfer

Zum Gedenken an die Opfer hat der Bundesrat für Freitag, den 9. Januar 2026, einen nationalen Trauertag ausgerufen. Im Wallis findet eine offizielle Gedenkzeremonie statt, zudem werden um 14 Uhr Ortszeit in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken läuten.

Angesichts der internationalen Dimension der Tragödie hat die Bundeskanzlei gemeinsam mit dem Präsidialdepartement und den Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) eine Task Force eingesetzt. Diese unterstützt auf Ersuchen der Walliser Behörden die Organisation der Trauerfeier und ist insbesondere für die Einladung und Betreuung hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter aus dem Ausland sowie internationaler Medien, zuständig. In diesem Zusammenhang lädt die Schweiz die Staats- und Regierungschefs jener Länder ein, die Opfer zu beklagen oder Unterstützung geleistet haben.

Ermittlungen

Die Ermittlungen werden von den Walliser Behörden geführt. Gemäss der Walliser Staatsanwaltschaft wurde eine strafrechtliche Untersuchung gegen das Betreiberpaar eingeleitet. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung. Die Fragen der Verantwortung und möglicher Entschädigungszahlungen rücken vermehrt in den Fokus, wobei vieles noch ungeklärt ist.

Zur Frage der Verantwortlichkeit verwies Bundespräsident Guy Parmelin am Wochenende in einem Interview mit den SRG-Sendern auf die laufende Untersuchung. Ob und inwiefern Vorgaben nicht eingehalten oder Kontrollen nicht durchgeführt wurden, werde die Arbeit der Justiz zeigen müssen. Erst wenn die Ursachen und Verantwortlichkeiten geklärt worden seien, könnten auch die notwendigen Schlüsse gezogen werden.

04. Januar 2026 – 35 Patientinnen und Patienten in spezialisierte Kliniken in Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien gebracht werden

Dank grosser Unterstützung zahlreicher europäischer Länder wurden seit dem 2. Januar 2026 35 Patientinnen und Patienten über den Prozess des Union Civil Protection Mechanism (UCPM) von Spitälern in der Schweiz in spezialisierte Kliniken in Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien verlegt. Zahlreiche Staaten haben der Schweiz Hilfsangebote gemacht.

Medienmitteilung, Bundesamt für Bevölkerungsschutz, 04.01.2026

02. Januar 2026 – Die Schweiz ist zutiefst erschüttert über die Tragödie in Crans-Montana

Die Schweiz ist zutiefst erschüttert über den tragischen Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana. Nach der Tragödie sind unsere Gedanken bei den Familien und Freunden der Opfer, bei all jenen, die noch auf Nachrichten über ihre Angehörigen warten sowie bei den Helferinnen und Helfer in der Schweiz, die unermüdlich im Einsatz sind.

Die Schweiz bedankt sich bei allen Staaten für die eingegangenen Beileids- und Solidaritätsbekundungen. Darüber hinaus ist die Schweiz dankbar für die Unterstützung und Hilfe verschiedener Regierungen bei der Aufnahme von Verletzten in Spitälern und beim Aufbau von Verbindungen zu den Opferfamilien im Ausland.

Bundespräsident Guy Parmelin besuchte am 1. Januar den Skiort und nahm im Namen des Bundesrats Stellung vor den Medien. Der Bundespräsident bezeichnete den Brand in der Bar als eine der schwersten Tragödien der Schweiz und sprach im Namen von Bundesrat und Parlament den Opfern sowie ihren Angehörigen sein tiefes Beileid aus. Der Bundespräsident dankte Deutschland, Frankreich, Italien und weiteren Staaten für ihre Solidarität und Unterstützungsbereitschaft, würdigte den Einsatz der Helferinnen und Helfer und versicherte den Verletzten umfassende medizinische Unterstützung zu. EDA-Vorsteher Ignazio Cassis hat sich am Freitagmorgen ebenfalls in einem Post auf X zur Tragödie geäussert.

Für die bestmögliche Behandlung der Verbrennungsopfer des Brands in Crans Montana erhält die Schweiz Unterstützung im Rahmen des Europäischen Zivilschutzmechanismus (Union Civil Protection Mechanism UCPM). Die Verbrennungsopfer können mittels des Mechanismus aus Schweizer Spitälern in spezialisierten Kliniken für Brandverletzte in verschiedenen europäischen Ländern aufgenommen werden. (Siehe Medienmitteilung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz)

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