Internationaler Migrationsdialog

Migration ist ein globales Phänomen und kann nicht nur aus einer rein nationalen Perspektive angegangen werden. Um die Herausforderungen der Migration besser zu bewältigen und die positiven Auswirkungen auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den Herkunftsregionen besser zu verstehen, hat die Schweiz ein Interesse daran, die Migrationspolitik auf allen Ebenen zu stärken. 

Die multilateralen Dialogplattformen fördern die Brückenbildung zwischen Herkunfts-, Transit- und Destinationsländern und die allgemeine Zusammenarbeit im Migrationsbereich. Sie ermöglichen die Entwicklung von regionalen und globalen Lösungsansätzen und zielen auf eine solidarische Verantwortungsteilung zwischen allen Staaten ab. Neben Vertreterinnen und Vertretern von Staaten sind auch internationale Organisationen und UNO-Agenturen sowie die Zivilgesellschaft und der Privatsektor eng involviert.

Es ist im Interesse der Schweiz, dass dieser Dialog auf allen Ebenen weitergeführt und aktiv von ihr mitgestaltet wird.

Die Bundesverwaltung koordiniert ihre Aktivitäten im Rahmen der Interdepartementalen Struktur zur internationalen Migrationszusammenarbeit (IMZ-Struktur), die der Bundesrat im Februar 2011 geschaffen hat und in der alle von der Thematik betroffenen Stellen des EDA, des WBF und des EJPD vertreten sind.

Globales Forum über Migration und Entwicklung (GFMD)

Das Globale Forum über Migration und Entwicklung (Global Forum on Migration and Development, GFMD) ist ein informelles Diskussionsforum für Migration und Entwicklung. Es wurde im Nachgang zum ersten Dialog auf hoher Ebene über internationale Migration und Entwicklung (UN High-Level Dialogue on Migration and Development, UNHLD) unter der Ägide des damaligen UNO-Generalsekretärs, Kofi Annan, im Jahr 2007 gegründet und ist in Genf angesiedelt.

Das GFMD will den Austausch und die konkrete Zusammenarbeit zwischen Staaten und anderen Akteuren im Bereich der Migration und der Entwicklung fördern.

Als Mitglied des Steuerungsausschusses (Steering Group) wirkt die Schweiz aktiv an der Festlegung der Ausrichtung des GFMD mit.

Internationale Organisationen und UNO-Organisationen

Zahlreiche internationale Organisationen und UNO-Organisationen befassen sich mit Migrationsfragen. Im Jahr 2007 gründeten die wichtigsten unter ihnen die Globale Gruppe für Migrationsfragen (Global Migration Group, GMG).

Zu den wichtigsten Partnern der Schweiz gehören die Internationale Organisation für Migration (IOM), das Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR), das Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und die Hauptabteilung der UNO für Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (DESA).

Die GMG wurde nach der Verabschiedung des Globalen Migrationspakts aufgelöst. Ihr Nachfolgegremium, das Migrationsnetzwerk der Vereinten Nationen, umfasst derzeit 38 Einrichtungen des UNO-Systems. Sein Exekutivausschuss besteht aus acht Mitgliedern, die die strategische Aufsicht innehaben und als Entscheidinstanz für das Netzwerk amtieren. 

Migration in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Um zur globalen Entwicklung beizutragen, menschliches Wohlergehen zu fördern und die Umwelt zu schützen, verabschiedete die Staatengemeinschaft 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Darin wird Migration als integraler Faktor für eine globale und nachhaltige Entwicklung anerkannt. Das Abschlussdokument berücksichtigt, dass Migrantinnen und Migranten spezifischen Risiken ausgesetzt sein können und setzt klare Ziele, um ihre Menschen- und Arbeitsrechte zu schützen. Ebenso wird den verschiedenen Bedürfnissen von Flüchtlingen und intern Vertriebenen Rechnung getragen. Die Agenda 2030 strebt ausserdem das Ziel an, den Menschenhandel zu beendigen. Die Schweiz war eine der treibenden Kräfte für die Aufnahme der Migration in die Agenda.