Bilaterale Beziehungen Schweiz–Namibia

Die Beziehungen zwischen Bern und Windhoek sind gut, könnten aber noch intensiviert werden. Während des Prozesses, der Namibia schliesslich die Unabhängigkeit brachte, war 1989–1990 zum ersten Mal eine (unbewaffnete) Militärformation der Schweiz bei einer Friedensoperation der UNO im Einsatz.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Es gibt bis jetzt kaum hochrangige Kontakte. Der Schweizer Botschafter in Pretoria ist beim Präsidenten der Republik Namibia akkreditiert. Die Republik Namibia wird in der Schweiz ihrerseits durch ihren Botschafter in Brüssel repräsentiert.

Bilaterale Abkommen

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Namibia ist Mitglied der Zollunion des südlichen Afrikas und profitiert damit vom Freihandelsabkommen zwischen der Zollunion und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). Der Handel zwischen den beiden Ländern erfolgt teilweise über Südafrika. Gemäss Schweizer Zollstatistik belief sich das Importvolumen aus Namibia im Jahr 2010 auf 2.9 Mio. CHF. Dabei handelte es sich hauptsächlich um landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe. Die Exporte beliefen sich auf 6.2 Mio. CHF und umfassten vor allem Maschinen. Die namibischen Bodenschätze haben auch Grossunternehmen angezogen, die ihren Sitz in der Schweiz haben.

Handelsförderung (Switzerland Global Enterprise)

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Über die Eidgenössische Stipendienkommission für ausländische Studierende vergibt die Schweiz an Doktorierende aus dem südlichen Afrika für das Hochschuljahr 2013–2014 zehn Stipendien.

Schweizer Bundesstipendien

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ist die Schweiz an der Regionalen Initiative für psychosoziale Unterstützung (REPSSI) beteiligt. Sie sichert Kindern, die von HIV/Aids, Armut und Konflikten betroffen sind, den Zugang zu Pflege und psychosozialer Unterstützung. In Namibia sind mehrere Schweizer NGO tätig, insbesondere im Bildungsbereich.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Schweizerinnen und Schweizer in Namibia

Ende 2015 lebten 321 Schweizerinnen und Schweizer in Namibia. Das Land wird zudem von immer mehr Touristinnen und Touristen aus der Schweiz bereist. 2011 waren es gemäss der namibischen Regierung 13’000 Personen.  

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Namibia stand seit 1920 unter der Kontrolle von Südafrika. Die Entlassung Namibias in die Unabhängigkeit wurde unter der Federführung der UNO in Genf ausgehandelt und von der Schweiz unterstützt. Der Bundesrat anerkannte den neuen Staat sofort nach der Unabhängigkeit 1990.

Getreu der Tradition der Guten Dienste stellte sich die Schweiz 1988 für die Verhandlungen zwischen Angola und Namibia zur Verfügung, um die friedliche Regelung der Konflikte im südlichen Afrika zu fördern. Danach unterstützte sie den Friedensplan der UNO und entsandte eine sanitätsdienstliche Einheit mit 155 Personen nach Namibia. Später kamen 31 Wahlbeobachter dazu.

Im Zusammenhang mit dieser Mission eröffnete die DEZA 1989 ein Kooperationsbüro. Nach der Unabhängigkeit Namibias wurde es in ein Generalkonsulat umgewandelt, das im Juni 1996 geschlossen wurde.

Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz