Gültig am:
Publiziert am: 19.07.2018

Diese Reisehinweise sind überprüft und bestätigt worden. Die Einschätzung der Lage ist unverändert gültig.


Reisehinweise für Paraguay

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Lage kann als stabil bezeichnet werden. Dennoch kann es zu politischen Demonstrationen und Ausschreitungen kommen. Meiden Sie deshalb Kundgebungen jeder Art.

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Paraguay nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Departemente Concepción, Amambay, Alto Paraná, San Pedro, Canindeyu und Itapúa: In diesen Departementen führen die Machenschaften von Drogenbanden gelegentlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Bei Demonstrationen von Bauern, die eine Agrarreform verlangen, kann es zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen.

In den Departementen San Pedro und Concepción sind ausser kriminellen Gruppierungen auch die paraguayischen Guerilla-Organisationen EPP (Ejercito Popular Paraguayo) und ACA (Asociación Campesina Armada) aktiv, die von den Sicherheitskräften bekämpft werden. Die EPP hat wiederholt Personen zwecks Lösegelderpressung entführt und im Januar 2015 zwei Geiseln ermordet. Bewaffnete Auseinandersetzungen können vereinzelt auch unbeteiligte Personen in Mitleidenschaft ziehen. Strassensperren und Kontrollen sind häufig.
Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in die Departemente San Pedro und Concepción wird abgeraten. Lassen Sie bei dringend notwendigen Reisen grösste Vorsicht walten, und erkundigen Sie sich bei einer lokalen Vertrauensperson oder den lokalen Behörden über die aktuelle Lage. Diese Empfehlungen gelten auch für Reisen in die Departemente Amambay, Alto Paraná, Canindeyu und Itapúa.

Kriminalität

Die Kriminalität nimmt zu und wird vermehrt von Gewalt begleitet (Auto- und andere Diebstähle, Sexualdelikte, Raubüberfälle etc.). Die Kriminalitätsrate ist in den Städten besonders hoch. Lassen Sie erhöhte Vorsicht walten. Auch Entführungen zwecks Lösegelderpressung kommen vor. Für das ganze Land werden unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Wertsachen, Flugtickets etc. im Hotelsafe.
  • Tragen Sie den Pass stets auf sich, um sich ausweisen zu können; bewahren Sie jedoch eine Fotokopie davon an einem anderen Ort auf.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft nimmt zu.
  • Frauen wird empfohlen, nach Einbruch der Dunkelheit nicht alleine unterwegs zu sein bzw. auszugehen.
  • Finanz- und Bankdelikte sind weit verbreitet (verschiedene Betrügereien im Immobilienbereich, oft durch fiktive Firmen, Veruntreuungen usw.). Geschäftsleuten wird empfohlen, vor dem Abschluss von Verträgen einen Vertrauensanwalt beizuziehen.

Verkehr und Infrastruktur

Viele Strassen sind in schlechtem Zustand. Nach heftigen Unwettern (starke Regenfälle und Stürme) muss im ganzen Land mit Behinderungen und unpassierbaren Strassenabschnitten aufgrund von Überschwemmungen gerechnet werden. Wegen der erhöhten Unfallgefahr wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten.

Die Ausflugsboote auf den Flüssen sind schlecht gewartet, und die Sicherheitsvorkehrungen sind mangelhaft.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinen Mengen und bei jeder Art von Drogen hart bestraft (Gefängnisstrafen von 6 Monaten bis zu 25 Jahren).

Die Haftbedingungen sind prekär.

Medizinische Versorgung

Mit Ausnahme von Asunción ist die medizinische Betreuung nicht gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung, bevor sie Patienten behandeln. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen werden mit Vorteil im Ausland (z.B. USA oder Schweiz) behandelt.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf-Nummer: 911

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Regionales Konsularcenter in Buenos Aires, Argentinien
Schweizer Botschaft in Montevideo, Uruguay
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.