Plattform zu Flucht vor Naturkatastrophen

Eine Frau watet mit einem Bündel auf dem Kopf durchs knöchelhohe Wasser auf eine Häusergruppe zu.
In der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince zwingt der steigende Meeresspiegel die Bevölkerung in den Slums an der Küste immer öfter dazu, ihre Häuser zu verlassen. © UNOPS

Die Plattform zur Flucht vor Naturkatastrophen (Platform on Disaster Displacement) in Genf setzt die Schutzagenda um, die im Rahmen der Nansen Initiative erarbeitet wurde. Die Schweiz hatte die Nansen Initiative 2012 zusammen mit Norwegen lanciert und die sie 2015 zum Abschluss gebrachtkam.

Ziel der Nansen Initiative war, den Schutz für Menschen zu verbessern, die wegen Naturkatastrophen und der negativen Folgen von Klimawandel ausser Landes flüchten. Diese Menschen werden gemäss der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 nicht als Flüchtlinge anerkannt. Zwar finden die allgemeinen Menschenrechte Anwendung, aber der Schutz ist lückenhaft, etwa bei Einreise und Aufenthalt. 

Um diese Schutzlücken zu schliessen, trug die Nansen Initiative innovative Lösungsansätze und gute Praktiken Beispiele aus betroffenen Staaten zusammen. Unter anderem soll eine bessere Vorbereitung auf den Katastrophenfall solche Vertreibungen verhindern und Betroffene besser davor schützen. Die Massnahmen und beste Praxis aus den Bereichen Katastrophenvorsorge, Anpassung an den Klimawandel oder humanitäre Hilfe fanden Eingang in eine so genannte Schutzagenda. 109 Staaten verabschiedeten sie im Oktober 2015 in Genf.